Dax im Bann von Apple und Euro-Konjunkturdaten

Donnerstag, 24. Januar 2013, 10:51 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Europas Aktienmärkte haben am Donnerstag die Enttäuschung über den Zwischenbericht von Apple relativ gut weggesteckt.

Positive deutsche und gesamteuropäische Konjunkturdaten machten vielen Investoren Hoffnung. Ein schwacher Einkaufsmanagerindex aus Frankreich sorgte aber für Stirnrunzeln, so dass die großen Indizes in Europa fast wie eingefroren wirkten. Der Dax lag am späten Vormittag mit 7715 Punkten leicht über dem Vortagesniveau, der französische Cac 40 zog ebenfalls etwas an, und der EuroStoxx lag mit 2709 Zählern nahezu unverändert. Auch der Euro kam kaum vom Fleck und pendelte wie am Vortag meist um 1,33 Dollar.

"Der Markt hat wenig Phantasie nach oben, aber so richtig nach unten geht es auch nicht", erklärte ein Händler. Dass der nachbörsliche Apple-Absturz um rund zehn Prozent in Europa kaum Spuren hinterließ, begründeten Händler mit dem Mangel an vergleichbaren Unternehmen. Lediglich einige Zulieferer - wie die im TecDax gelisteten Aktien von Dialog Semiconductor - gerieten unter Druck. Dialog fielen um 4,8 Prozent.

Die auch in Frankfurt und auf Xetra gelisteten Apple-Aktien brachen um acht bis neun Prozent ein. Nachbörslich waren die Aktien des weltgrößten Technologiekonzerns in New York um etwa zehn Prozent abgestürzt. Denn trotz der Rekordverkäufe wachsen die Zweifel an der Vormachtstellung des iPhone- und iPad-Herstellers. "Den Anlegern schwant, das Apple nicht ins Unendliche wachsen kann. Denn die Konkurrenz schläft nicht und ist oft günstiger", fasste ein Händler in Frankfurt zusammen.

Somit konzentrierten sich viele Anleger auf die Lage in der Euro-Zone. Dort scheint die Talfahrt der Privatwirtschaft zum Jahresbeginn ihren Tiefpunkt überwunden zu haben. Der Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone stieg überraschend deutlich um 1,0 auf 48,2 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit zehn Monaten, wie das Markit-Institut nach einer Umfrage unter 5000 Unternehmen mitteilte. "Das honoriert der Markt natürlich", kommentierte ein Börsianer.

Im Dax zählten Beiersdorf mit einem Plus von 0,6 Prozent zu den Gewinnern. Damit konnten die Aktien des Nivea-Herstellers nach einer leichteren vorbörslichen Entwicklung doch noch etwas von den Umsatzzahlen für das vergangene Jahr profitieren. Die Aktien von Konkurrent Henkel zogen um zwei Prozent an.

Zu den Schlusslichtern zählten im Dax erneut die Bankenwerte. Commerzbank büßten 0,6 Prozent und Deutsche Bank 0,5 Prozent ein. Ein offenbar bald anstehender Stresstest für Europas große Banken stimme die Anleger vorsichtig, sagte ein Händler. Kreisen zufolge wollen die Aufsichtsbehörden diesen im September vornehmen.

Siemens-Aktien notierten ex Dividende 3,5 Prozent niedriger bei 80,77 Euro.

Den Streik des Sicherheitspersonals an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf nutzen einige Anleger zu Gewinnmitnahmen bei Air Berlin. Die im SDax notierten Aktien verloren nach ihrem knapp 24-prozentigen Vorwochenplus 6,3 Prozent auf 1,87 Euro.

Insgesamt kommen die deutschen Nebenwerte aber ein bisschen besser voran als die Blue Chips. Der SDax markiert mit 5728,82 Punkten den siebten Handelstag in Folge ein Rekordhoch. Der MDax klettert um 0,4 Prozent auf 12.656,16 Zähler, womit er den sechsten Tag hintereinander eine Bestmarke erreichte.