Gute US-Wirtschaftsdaten beflügeln Schweizer Börse

Donnerstag, 24. Januar 2013, 17:04 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Besser als erwartete US-Konjunkturdaten haben der Schweizer Börse am Donnerstagnachmittag Schub verliehen.

Auch eine Reihe von US-Unternehmensbilanzen sorgte für Unterstützung. Bremsend wirkte sich hingegen Apple aus. Der Hersteller der iPhones und iPads enttäuschte trotz neuer Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn die Markterwartungen und schickte damit seine Aktien auf Talfahrt.

Der SMI stieg bis kurz vor Schluss um 0,8 Prozent auf 7450 Punkte. Vorübergehend erreichte der Leitindex mit 7561 Zählern ein neues Mehrjahreshoch. Der breite SPI rückte 0,7 Prozent auf 6843 Punkte vor.

Ein enttäuschender Geschäftsausblick schickte die Aktien von Lonza auf Talfahrt. Die Aktien verloren drei Prozent. Der Pharmazulieferer rechnet dieses Jahr mit zehn Prozent mehr Betriebsgewinn. Von Reuters befragte Analysten hatten für 2013 im Schnitt ein Ebit-Wachstum von gut 20 Prozent veranschlagt. 2012 betrug das Plus 28 Prozent auf 335 Millionen Franken. "Die Gewinnprognose ist etwas schwach", sagte ein Händler. "Lonza befindet sich in einer Übergangsphase mit zunächst einmal wenig ambitiösen Zielen", erklärte ZKB-Analyst Martin Schreiber.

Die Logitech -Aktien rauschten 9,7 Prozent in die Tiefe. Der Computerperipherie-Hersteller leidet unter dem Trend zu berührungsempfindlichen Tablets und Smartphons. Der Umsatz brach im dritten Geschäftsquartal um 14 Prozent ein. Das und hohe Wertberichtigungen drückten Logitech tief in die roten Zahlen. Neben dem enttäuschenden Geschäft im Weihnachtsquartal drücke auch das Apple-Ergebnis auf den Kurs, sagte ein Händler.

Zu den Stützen des Marktes zählten die Aktien der Banken. Credit Suisse legten drei zu und UBS gewannen zwei Prozent. Moody's gibt nach einer Reihe von Zurückstufungen im vergangenen Jahr Entwarnung. "Wir gehen davon aus, dass die Ratings der Geldhäuser 2013 relativ stabil bleiben", heisst es in dem am Donnerstag veröffentlichten "Global Banking Outlook" der Ratingagentur. Die meisten Institute seien mit der Bereinigung ihrer Bilanzen und der Kapitalstärkung ein gutes Stück vorangekommen.

Die Genussscheine des Pharmakonzerns Roche zogen ein Prozent an. Das Roche-Krebsmedikament Avastin darf in den USA künftig breiter eingesetzt werden. Die Aktien von Konkurrent Novartis waren nach dem Kurssprung vom Vortag stabil. Mit dem Novartis-Präparat Exjade darf in den USA eine neue Patientengruppe gegen Eisen-Überschuss behandelt werden.

Die Aktien zyklischer Firmen schlugen mehrheitlich einen Aufwärtstrend ein. ABB, Syngenta und Holcim zogen gegen ein Prozent oder mehr an. Gefragt waren nach den jüngsten Einbussen auch die beiden Luxusgüterwerte Richemont und Swatch.

Adecco dagegen sanken um ein Prozent. Händler sagten, der Personalvermittler leide unter der schwachen Entwicklung Frankreichs. Dort ist zu Jahresbeginn die Wirtschaft nach einer Markit-Umfrage im Sinkflug.