US-Börsen uneinheitlich - Apple-Aktie bricht ein

Freitag, 25. Januar 2013, 07:31 Uhr
 

New York (Reuters) - Die US-Börsen haben am Donnerstag trotz positiver Konjunkturdaten keine klare Richtung gefunden. Unterstützung lieferten ermutigende Zahlen vom Jobmarkt.

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen auf ein Fünf-Jahres-Tief. Vergangene Woche meldeten sich 330.000 Menschen arbeitslos und damit weniger als erwartet. Die Technologiebörse Nasdaq wurde dagegen von Apple belastet. Der erfolgsverwöhnte Konzern verfehlte trotz eines neuen Rekords mit seinem Umsatz und seinen iPhone-Verkäufen im abgelaufenen Quartal die hohen Erwartungen.

Der Leitindex Dow Jones stieg bis zum Schluss um 0,3 Prozent auf 13.825 Punkte. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 13.779 und 13.879 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 trat mit 1495 Punkten auf der Stelle. Der Nasdaq fiel dagegen um 0,7 Prozent auf 3130 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 7748 Punkten aus dem Handel.

Bei den Einzelwerten rutschten die Anteilsscheine von Apple um 12,4 Prozent auf 450,50 Dollar ab. Die Analysten von Morgan Stanley strichen die Aktien aus ihrer "Best Ideas"-Liste, die Experten von Jefferies senkten ihr Kursziel drastisch auf 500 von 800 Dollar. Trotz der Rekordverkäufe wachsen die Zweifel an der Vormachtstellung des iPhone- und iPad-Herstellers. "Den Anlegern schwant, das Apple nicht ins Unendliche wachsen kann. Denn die Konkurrenz schläft nicht und ist oft günstiger", fasste ein Händler die Stimmung zusammen. "Einige fürchten schon, dass Apple das neue Nokia wird", fügte ein anderer hinzu.

Der finnische Handyhersteller - einst als Pionier der Branche gepriesen - hat den Anschluss an den Smartphones-Boom verloren und kämpft ums Überleben. Am Donnerstag teilte Nokia mit, für 2012 erstmals seit 1989 keine Dividende auszuschütten. Angesichts der fallenden Umsätze will das Unternehmen seine Cash-Position lieber stärken. Der Kurs fiel an den New Yorker Börse um mehr als acht Prozent.

Dass die Apple-Zahlen in Europa dagegen kaum Spuren hinterließen, begründeten Händler mit dem Mangel an vergleichbaren Unternehmen. Lediglich einige Zulieferer - wie die im TecDax gelisteten Aktien von Dialog Semiconductor - gerieten unter Druck. Dialog schlossen 2,6 Prozent niedriger, der Stoxx-Tech-Branchen-Index verlor moderate 0,3 Prozent.

Neben Apple standen diverse US-Einzelwerte nach der Veröffentlichung von Bilanzen im Fokus. United Continental fand sich auf der Gewinnerseite wieder. Obwohl die Fluggesellschaft ihren Verlust ausweitete, stieg die Aktie um 2,2 Prozent. Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen auch die Anteilsscheine von Research in Motion (RIM). Händler erklärten die Kursaufschläge von mehr als zwei Prozent damit, dass sich der chinesische Computerhersteller Lenovo für den Blackberry-Hersteller interessiert.

Eine regelrechte Kursexplosion erlebten die Dividendenpapiere von Netflix nach Vorlage der Quartalszahlen. Der Verleiher von Film-DVDs und Videos verteuerte sich um 42 Prozent.

Mit einem Aufschlag von gut zwei Prozent waren auch die Aktien von Amazon gefragt. Der US-Onlinehändler übernimmt mit Ivona Software einen Anbieter von Software zur Spracherkennung.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 680 Millionen Aktien den Besitzer. 1646 Werte legten zu, 1313 gaben nach und 129 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,03 Milliarden Aktien 1372 im Plus, 1100 im Minus und 117 unverändert.