Gestiegener Ifo-Index stimmt Dax-Anleger optimistisch

Freitag, 25. Januar 2013, 11:38 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Jubelstimmung am Aktienmarkt: Die Anzeichen einer konjunkturellen Erholung in Deutschland haben den Dax am Freitag auf ein Fünf-Jahres-Hoch getrieben.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg den dritten Monat infolge auf nunmehr 104,2 Punkte. Die deutsche Wirtschaft präsentiere sich zu Jahresbeginn in einem recht positiven Licht, schrieb Marco Bargel, Chefvolkswirt der Postbank, in einem Kommentar. "Die Konjunkturentwicklung in diesem Jahr könnte durchaus positiver verlaufen als noch vor kurzem erwartet." Im vierten Quartal 2012 war die deutsche Wirtschaft mit 0,5 Prozent erstmals seit einem Jahr geschrumpft.

Der Dax stieg um bis zu 1,2 Prozent auf 7842 Zähler, den höchsten Stand seit Januar 2008. Auch der Euro zog kräftig an und war mit 1,3451 Dollar so teuer wie seit elf Monaten nicht mehr.

Die Kurse waren allerdings schon kurz vor Bekanntgabe der eigentlichen Ifo-Daten deutlich nach oben gegangen. "Da haben wohl Einige schon auf den besser als erwartet ausgefallenen Ifo spekuliert", sagte ein Händler. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Stand von 103,0 Punkten gerechnet.

TENDER-RÜCKZAHLUNGEN IM BLICK

Der Euro könnte im Tagesverlauf noch weiteren Auftrieb erhalten, sollte sich die Erwartung recht hoher Tender-Rückzahlungen an die EZB erfüllen. Am Mittag wird die Europäische Zentralbank bekanntgeben, wie viele Institute welchen Betrag ab kommender Woche vorzeitig zurückzahlen werden. Geliehen hatten sich die Banken das Geld kurz vor Weihnachten 2011 beim ersten der beiden je drei Jahre laufenden Refinanzierungsgeschäfte.

Von Reuters befragte Analysten und Geldmarktexperten rechnen damit, dass zunächst rund 100 Milliarden Euro an die Zentralbank zurückfließen. "In dem Fall, dass der Betrag heute diesen Wert deutlich übertrifft, dürfte mit ordentlichem Rückenwind für den Euro zu rechnen sein", schreibt Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Schließlich würde dies bedeuten, dass sich die Lage an den Finanzmärkten in den vergangenen Monaten deutlicher verbessert habe als bislang angenommen.

SOLARWORLD-AKTIEN STÜRZEN AB

Unter den Einzelwerten am Aktienmarkt machten vor allem Solarworld-Papiere von sich Reden. Das Unternehmen ächzt unter seinen Schulden und stellt seine Kapitalgeber auf Einschnitte ein. Bis Ende September will der Konzern ihnen nun weitreichende Zugeständnisse abtrotzen. Solarworld stehe vor einem Berg an Unsicherheiten, die für den Konzern von existenzieller Bedeutung seien, schrieb LBBW-Analyst Erkan Aycicek. Dies gelte insbesondere für den Fall, wenn keine Einigung mit den Gläubigern erzielt werden sollte. Andererseits sei auch denkbar, dass Solarworld mit einer erfolgreichen Restrukturierung durchstarten könne. An der Börse reagierten die Anleger schockiert: Die Aktien verloren im TecDax bis zu 32,6 Prozent auf 1,08 Euro und waren damit so billig wie seit Anfang Januar nicht mehr.

Im Dax und MDax sorgten Analysteneinschätzungen für Bewegung. Bayer-Aktien legten mehr als vier Prozent zu, weil sich Analysten von Bofa/Merrill Lynch laut Händlern positiv über die Aktie geäußert haben. Salzgitter-Titel verloren dagegen 2,4 Prozent, nachdem sie UBS zum Verkauf empfohlen hatte. Die Experten gehen davon aus, dass dem Unternehmen wegen der schwächelnden Stahlindustrie ein weiteres schwieriges Jahr bevorsteht.