Dax nach jüngsten Kursgewinnen im Rückwärtsgang

Montag, 28. Januar 2013, 11:21 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Nach den satten Gewinnen der Vorwoche haben Dax-Anleger am Montag eine Verschnaufpause eingelegt.

Der Leitindex notierte nahezu unverändert bei 7860 Zählern - an den vergangenen fünf Handelstagen hatte er um gut zwei Prozent zugelegt. "Die Berichtsaison läuft zu ihrer Hochform auf, am Markt überwiegt daher die Vorsicht", schreibt Anita Paluch vom Brokerhaus Gekko in einem Kommentar.

In Deutschland legt die Deutsche Bank am Donnerstag ihr Zahlenwerk vor. Analysten rechnen wegen der Kosten für den Konzernumbau mit einem Gewinnrückgang im Gesamtjahr, für das Schlussquartal erwarten einige Experten sogar einen Verlust. Ebenfalls am Donnerstag lässt sich das Dax-Mitglied Infineon in die Bücher schauen, am Freitag folgt der Darmstädter Pharmakonzern Merck mit seinem Ergebnis für das vierte Quartal. In den USA legen in dieser Woche unter anderem die Börsenschwergewichte Amazon.com, Caterpillar, Ford und Pfizer ihre Bilanzen vor.

"Bislang waren die Zahlen eher durchwachsen", sagte ein Händler. "Daher hält sich der Optimismus für das, was noch kommt in Grenzen," erklärte ein anderer Börsianer.

LOCKERE GELDPOLITIK TREIBT DIE MÄRKTE

Mit größeren Kursrücksetzern im Dax rechnen die meisten Marktexperten dennoch nicht: "Solange wir die Zentralbanken haben, die viel Geld in den Markt pumpen, wird es an den Aktienmärkten weiter nach oben gehen," sagte ein Börsianer. Der Dax ist jedenfalls nicht mehr weit von der magischen 8000-Punkte-Marke entfernt. Mit zeitweise 7871,79 Punkten verzeichnete er am Montag ein neues Fünf-Jahres-Hoch.

Auch der Euro bleibt in Reichweite seiner jüngsten Höchststände. Die Gemeinschaftswährung kostete 1,3455 Dollar und notierte damit nahe des am Freitag erreichten Elf-Monats-Hochs von 1,3479 Dollar.

Weiter auf Talfahrt ist dagegen der Yen: Wegen der lockeren Geldpolitik der Bank of Japan kletterte der Dollar auf ein neues Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 91,25 Yen. Seit seiner Wahl Mitte Dezember hat Ministerpräsident Shinzo Abe den Druck auf die Notenbank ständig erhöht, die Geldschleusen weiter zu öffnen und das Inflationsziel auf zwei Prozent zu verdoppeln.

LUFTHANSA WEGEN GEWINNMITNAHMEN IM SINKFLUG

Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Aktien von Lufthansa, die sich um 1,3 Prozent verbilligten. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktien seit Jahresanfang über sieben Prozent an Wert gewonnen haben.

Bayer-Aktien mussten ebenfalls Kursrückgänge hinnehmen: Die französische Gesundheitsbehörde ANSM untersucht nach vier Todesfällen in den vergangenen 25 Jahren nun eine Verhütungspille des Konzerns. Die Aktien gaben in der Spitze 1,8 Prozent nach. Auf der Gewinnerseite standen dagegen Volkswagen. Eine Kaufempfehlung der Kepler-Analysten verhalf der Aktie zu einem Kursplus von 1,2 Prozent.