Dax bewegt sich kaum - Kein Anlauf auf 8000-Punkte-Marke

Dienstag, 29. Januar 2013, 11:41 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt hat in dieser Woche der Mut verlassen: Der Dax tritt seit Montag mehr oder weniger auf der Stelle, auch am Dienstag notierte er nahezu unverändert bei 7835 Zählern.

"Es sieht so aus, als ob die Investoren eine kurze Pause einlegen und auf weitere Impulse warten", schreibt Roger Peeters, Analyst bei Close Brothers Seydler, in einem Kommentar. In Erwartung einer Stabilisierung der Weltkonjunktur war der Dax zuletzt von einem Fünf-Jahres-Hoch zum nächsten geeilt. Auch der Euro hat mit Kursen um die 1,3450 Dollar seit Tagen Oberwasser.

Die entscheidende Frage sei nun, ob die gute Stimmung auch nach der Fed-Sitzung am Mittwoch anhält, sagten Börsianer. Einige Investoren fürchten, dass die US-Notenbank ihre lockere Geldpolitik angesichts der jüngsten Erholungstendenzen in der US-Wirtschaft bald einschränkt. Die Geldschwemme der Zentralbanken weltweit gilt als entscheidender Treiber für die Aktienmärkte.

Die Analysten der Commerzbank gehen allerdings davon aus, dass die Fed vorerst an ihrem Kurs festhält: Die Warnschwellen für Inflation und Arbeitslosenquote seien noch weit entfernt, so dass die US-Notenbank keinen Anlass sehen dürfte, etwas an der expansiven Ausrichtung ihrer Geldpolitik zu ändern, schrieben sie in einer Kurzstudie.

SOFTWARE UND PILLE DRÜCKEN AUF STIMMUNG

Die Aktien der Software AG brachen ein, nachdem ein Strategiewechsel dem Konzern im vergangenen Jahr Einbußen bei Umsatz und Gewinn eingebrockt hat. Die Papiere fielen um bis zu 15,5 Prozent auf 29,39 Euro, den niedrigsten Stand seit knapp vier Monaten. DZ-Bank-Analyst Oliver Finger zeigte sich enttäuscht darüber, dass das Unternehmen keine EBIT-Guidance für das Jahr 2013 veröffentlicht habe.

Im Dax standen Bayer auf der Verliererseite: Die Aktien gaben nach einer Herunterstufung durch Barclays 2,1 Prozent nach. Die Analysten hatten die Aktien auf "Underweight" von "Equal Weight" gesetzt. Gedrückt würde die Stimmung aber auch von den Diskussionen um die Thrombose-Gefahr von Antibaby-Pillen, sagte ein Händler. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will neuere Antibaby-Pillen deswegen unter die Lupe nehmen. Frankreich hatte die Behörde darum gebeten, ob der Einsatz von Verhütungsmitteln der sogenannten dritten und vierten Generation eingeschränkt werden soll.

ThyssenKrupp gingen dagegen auf Erholungskurs. Die Aktien setzten sich mit einem Plus von 2,5 Prozent an die Dax-Spitze, nachdem sie an den vergangenen fünf Handelstagen 2,6 Prozent verloren hatten.