Anleger machen an der Schweizer Börse Kasse

Dienstag, 29. Januar 2013, 17:48 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Gewinnmitnahmen haben am Dienstag die Schweizer Börse belastet.

Händler sagten, nach dem starken Jahresauftakt und vor dem Monatsende strichen die Anleger ihrer Gewinne ein. Auch die anstehenden wichtigen Konjunkturdaten sorgten für Zurückhaltung. Eine stärkere Korrektur wird aber nicht erwartet. "Bisher haben die Marktteilnehmer die tieferen Kurse jeweils als günstige Kaufgelegenheiten gesehen und zugegriffen", sagte ein Händler. Von der US-Notenbank Fed werde am Mittwoch keine Änderung ihrer Geldpolitik erwartet.

Der SMI sank um 0,4 Prozent auf 7458 Punkte. Der Leitindex hat in den ersten Wochen des Jahres rund zehn Prozent zugelegt. Der breite SPI ermässigte sich ebenfalls um 0,4 Prozent auf 6849 Zähler.

Der grösste Druck kam von den Kurseinbussen der Bankaktien, die europaweit unter Druck standen. Mit einem Plus von zehn Prozent seit Jahresanfang gehört der Sektor zu den grossen Gewinnern. UBS büssten 0,4 Prozent ein. Auf der Suche nach steuerflüchtigen amerikanischen Kunden der Bank Wegelin dürfen die US-Behörden auch Unterlagen der Grossbank anfordern. Die Aktien von Konkurrent Credit Suisse verloren 1,2 Prozent. CS hat 2013 knapp einen Viertel an Wert gewonnen und sich damit stärker als UBS entwickelt. Julius Bär sanken leicht.

Auch die Versicherungstitel waren auf der Verliererseite zu finden, wobei die Aktien von Baloise mit einem Abschlag von 0,9 Prozent auffielen.

Die als krisensicher geltenden Aktien von Nestle machten im Verlauf frühe Verluste wett und rückten leicht vor. Die Pharmawerte Novartis und Roche dagegen büssten jeweils knapp ein halbes Prozent ein. Die Roche-Tochter Chugai hat in Japan die Zulassung des Krebsmittel T-DM1 beantragt. Der Basler Arzneimittelhersteller legt am Mittwoch seine Jahresbilanz vor.

Bei den Anteilen zyklischer Firmen realisierten die Anleger vor der Bekanntgabe wichtiger Konjunkturdaten ihre Gewinne. ABB, Adecco, Holcim und Sulzer aber auch die beiden Luxusgüterwerte Richemont und Swatch gaben nach.

Zu den grössten Gewinnern zählten Evolva mit einem Kurssprung von 18 Prozent. Die Biotechfirma hat von BASF eine Meilensteinzahlung in niedriger sechsstelliger Höhe erhalten.

Gewinnmitnahmen drückten Basilea 2,7 Prozent ins Minus. Der Biotechwert hatte jüngst dank spekulativer Käufe stark zugelegt.

Die AMS-Aktien verloren nach der Ergebnisvorlage 4,1 Prozent. Der Kurs hat sich seit Anfang 2012 nahezu verdreifacht und die Titel gehören zu Werten mit der besten Performance an der Schweizer Börse. "Die Zahlen lagen ganz leicht unter den Erwartungen. Das hat nach dem kräftigen Kursanstieg Abgaben ausgelöst", sagte ein Händler.