Dax-Anleger vor E.ON- und US-Konjunkturzahlen vorsichtig

Mittwoch, 30. Januar 2013, 11:16 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Vor Veröffentlichung der Geschäftszahlen von E.ON und neuer Konjunkturdaten aus den USA haben sich die Anleger am Aktienmarkt am Mittwoch bedeckt gehalten.

Weder der Dax noch der EuroStoxx50 kamen vom Fleck. Der deutsche Leitindex notierte mit 7850 Punkten kaum verändert, der Index für die größten Aktien aus der Euro-Zone klebte bei 2750 Punkten fest. Der CAC40 kletterte zwar den vierten Handelstag in Folge auf ein 18-Monats-Hoch. Doch fiel das Plus mit 0,2 Prozent auf 3793 Punkten nicht gerade berauschend aus. Der Euro kletterte erstmals seit Dezember 2011 wieder über 1,35 Dollar.

Bislang habe die Bilanzsaison in den USA mehr Positives als Negatives bewirkt, erklärte Roger Peeters, Analyst bei Close Brothers Seydler Bank AG. Vor diesem Hintergrund sei es interessant zu sehen, wie sich die Gewinne der deutschen Unternehmen entwickelten. Gegen Mittag wollte der Energieriese E.ON Eckdaten für das vergangene Geschäftsjahr sowie einen Ausblick auf 2013 veröffentlichen. Von Reuters befragte Analysten erwarten im Durchschnitt für 2012 einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 10,83 Milliarden Euro - ein Plus von 16,5 Prozent. E.ON notierten 0,3 Prozent höher. Am Donnerstag steht dann die Bilanz der Deutschen Bank an. "Beide Unternehmen operieren in Märkten, die sich in den vergangenen Jahren aufgrund des regulatorischen Umfeldes massiv und schnell verändert haben", erläuterte Peeters.

Die Titel der Deutschen Bank setzten sich mit einem Plus von über zwei Prozent an die Dax-Spitze. Händler vermuteten, dass zurückhaltende Äußerungen von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier zum Trennbanken-System die Anleger zu Käufen veranlassten. Vorige Woche hatten Berichte über die Einführung eines solchen Systems die Aktien zeitweise massiv gedrückt.

Aus den USA steht am Mittwoch unter anderem die erste Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal an. Daneben werden erste Daten zur Entwicklung am Arbeitsmarkt im Januar erwartet - die amtlichen Zahlen stehen am Freitag an. Am Abend wird dann die US-Notenbank Fed ihre geldpolitischen Vorstellungen erläutern. Analysten erhoffen sich Hinweise darauf, ob die Notenbank angesichts zuletzt recht optimistisch stimmender Daten ihre massiven Konjunkturhilfen zurückfahren will und absehbar weniger Anleihen aufkaufen wird.

QIAGEN UND NORDEX FÜHREN TECDAX-GEWINNER AN

Im MDax übernahmen Salzgitter mit einem Abschlag von drei Prozent die rote Laterne. Die Analysten von Nomura hatten die Aktien auf "neutral" von "buy" heruntergestuft.

Im TecDax zählten nach einem Großauftrag aus Uruguay die Aktien von Nordex mit einem Plus von 2,3 Prozent zu den größten Gewinnern. Qiagen profitierten von der Vorlage von Zahlen und stiegen um 3,4 Prozent. Der Ausblick für 2013 sei ermutigend, schrieb DZ Bank-Analyst Sven Kürten.

Im SDax legten Zooplus drei Prozent zu. Der Online-Futterhändler hatte die Erwartungen der Analysten übertroffen.