Schrumpfende US-Wirtschaft erschreckt Aktien-Anleger

Donnerstag, 31. Januar 2013, 07:59 Uhr
 

New York/Frankfurt (Reuters) - Im Spannungsfeld schwacher Konjunkturdaten und überzeugender Quartalsberichte haben die US-Börsen am Mittwoch etwas an Boden verloren.

Ein überraschendes Schrumpfen der US-Wirtschaft setzte der Wall Street ebenso wie den Börsen in Europa zu. Auf der anderen Seite weckten die Schwergewichte Boeing und Amazon mit ihren Bilanz Zuversicht. Die Erklärung der US-Notenbank zu ihrem geldpolitischen Kurs konnte die Anleger nicht aus der Reserve locken - sie enthielt keinerlei Überraschungen.

Der Dow-Jones der 30 Standardwerte gab 0,3 Prozent auf 13.910 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,4 Prozent auf 1501 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss 0,4 Prozent schwächer bei 3142 Punkten. Der Dax ging 0,5 Prozent niedriger bei 7811 Zählern aus dem Handel.

Die US-Wirtschaft ist im Schlussquartal 2012 um 0,1 Prozent geschrumpft, erwartet worden war ein Plus von mehr als einem Prozent. Seit der Rezession zwischen 2007 und 2009 ist es zum Jahresschluss für die weltgrößte Volkswirtschaft nicht mehr so schlecht gelaufen. "Das werden jetzt viele wieder in die Richtung spielen, dass das Anleihen-Kaufprogramm der Fed auf ewig läuft", sagte ein Händler. Also werde Investoren weiter viel Geld zur Verfügung gestellt, das die Märkte weiter nach oben treiben könne.

Die US-Notenbank Federal Reserve bleibt im neuen Jahr ihrem bisherigen Kurs treu: Den faktisch bei null Prozent liegenden Leitzins tastete sie bei der ersten Sitzung des Geldpolitik-Gremiums in diesem Jahr nicht an und setzt die massiven Aufkäufe von Staatsanleihen und Immobilienpapieren fort. Anleger hatten fest mit einer Fortsetzung dieser Politik gerechnet und zeigten sich deshalb von der Erklärung unbeeindruckt.

AMAZON ÜBERZEUGT ANLEGER

Sowohl Amazon wie Boeing legten nach Vorlage ihrer Bilanz zu. Beim weltgrößten Online-Händler zahlt sich der teure Investitionskurs zahlt aus. Immer mehr Kunden kauften Weihnachtsgeschenke online ein und fragten gleichzeitig lukrativere Dienste wie das Cloud Computing sowie E-Reader- und Tabletprodukte aus der Kindle-Familie nach. Anteilsscheine sprangen fast fünf Prozent nach oben. Der zuletzt wegen der Probleme beim Dreamliner in die Schlagzeilen geratene Flugzeughersteller legte einen unerwartet hohen bereinigten Quartalsgewinn vor. Die Aktien stiegen um knapp ein Prozent.

Der Versuch eines Neustarts mit einem neuen Namen und neuen Handys von Research in Motion konnte in New York dagegen nicht überzeugen. Das in den USA gehandelte Papier rutschte mehr als zehn Prozent ab. Der Smartphone-Pionier will sich in Zukunft nur noch "Blackberry" nennen und mit neuen Telefonen der enteilten Konkurrenz die Stirn bieten

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,7 Milliarden Aktien den Besitzer. 984 Werte legten zu, 1948 gaben nach und 142 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,01 Milliarden Aktien 754 im Plus, 1719 im Minus und 105 unverändert.