Nikkei erlebt besten Januar seit 1998 - Aufwind hält an

Donnerstag, 31. Januar 2013, 10:07 Uhr
 

(Reuters) - Die Aktienmärkte in Fernost haben nach der jüngsten Rally am Donnerstag eine Verschnaufpause eingelegt.

Während die Tokioter Börse nochmals leicht zulegte und der Leitindex Nikkei den besten Januar seit 15 Jahren erlebte, kam es an anderen Handelsplätzen wie in Australien und Hongkong zu Gewinnmitnahmen. Die US-Notenbank sorgte mit ihrer Entscheidung, weiter an ihrer lockeren Geldpolitik festzuhalten, für eine positive Grundstimmung. Hinzu kam das Wissen, dass die japanische Zentralbank weiter Geld in die Wirtschaft pumpt. "Das Jahr 2013 ist mit viel Optimismus gestartet", fasste CommSec-Stratege Craig James zum Monatswechsel die Stimmung am Markt zusammen. US-Politiker hätten gezeigt, dass sie sich den Problemen stellten, aus Europa kämen keine weitere Horrormeldungen und die chinesische Wirtschaft entwickle sich ebenfalls wieder besser.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 11.138 Punkte und damit erneut über der psychologisch wichtigen Marke von 11.000 Stellen. Der breiter gefasste Topix-Index legte 0,6 Prozent auf 940 Zähler zu. Auch die Börsen in Taiwan und Shanghai lagen im Plus. In Südkorea, Australien, Hongkong und Singapur verbuchten die Märkte dagegen leichte Verluste. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 0,4 Prozent. An den vergangenen beiden Tagen war der Index um 1,3 Prozent und damit in die Nähe eines 18-Monatshochs gestiegen.

In Tokio stachen vor allem die Finanztitel hervor. Nach den guten Zahlen der Sumitomo Mitsui Financial Group setzten Analysten auf gute Ergebnisse der anderen beiden großen japanischen Geldhäuser Mitsubishi UFJ Financial Group und Mizuho Financial Group. Die SMFG-Aktie stieg 5,2 Prozent. Das Institut hat allein mit seinem Ergebnis in neun Monaten seine Prognose fürs Gesamtjahr übertroffen. Das Mitsubishi-Papier gewann 3,6 Prozent, die Mizuho-Aktie verteuerte sich um 2,8 Prozent.

Zu den Verlierern gehörten Aktien des Chipausrüsters Advantest, die 1,8 Prozent einbüßten. Das Unternehmen legte Zahlen vor, die schwächer als erwartet waren. Für das Gesamtjahr rechnet Advantest mit einem niedrigeren Betriebsgewinn als bislang angenommen. Nintendo-Papiere gaben mit fünf Prozent nach. Der Videospiele-Hersteller kündigte für das zweite Jahr in Folge einen Betriebsverlust an.

Der Euro behauptete in Fernost seine jüngsten Gewinne zum Dollar und zum japanischen Yen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,3577 Dollar bewertet, nach 1,3566 Dollar im späten US-Handel. Zum Dollar notierte der Euro um das 14-Monatshoch und zum Yen mit 123,48 Yen in der Nähe eines Zweieinhalb-Jahreshochs.

 
Cherry blossoms are seen in front of the Tokyo Stock Exchange building in Tokyo April 11, 2012. REUTERS/Toru Hanai