Aktienanleger machen Kasse - Deutsche Bank im Blick

Donnerstag, 31. Januar 2013, 17:14 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Wegen wachsender Zweifel an einer Fortsetzung der Rally haben am Donnerstag weitere Aktienanleger Gewinne mitgenommen.

Enttäuschende Bilanzen von Großkonzernen wie Shell und schwache Konjunkturdaten trugen ihren Teil zur gedrückten Stimmung bei. Bei der Deutschen Bank tröstete nur die deutliche Stärkung der Kapitaldecke die Investoren über den Milliarden-Verlust im vierten Quartal hinweg.

"Viele Anleger waren vielleicht am Jahresanfang doch zu optimistisch", sagte ein Händler. So fragten sich einige, ob die Euro-Schuldenkrise tatsächlich schon ad acta gelegt werden könne. Die ultralockere US-Geldpolitik sorgte inzwischen ebenfalls für Sorgenfalten. "Da pumpen sie Milliarden von Dollar in die Wirtschaft und das Wachstum schrumpft sogar noch", fügte der Börsianer hinzu.

In den USA war die Wirtschaftstätigkeit im vierten Quartal 2012 überraschend um 0,1 Prozent gesunken. Der Anstieg der US-Konsumausgaben blieb im Dezember mit einem Plus von 0,2 Prozent hinter den Markterwartungen zurück. Darüber hinaus stieg die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stärker als gedacht.

AKTIEN AUF DEM RÜCKZUG - VOLATILITÄTSINDIZES STEIGEN

Dax und EuroStoxx50 verloren 0,4 Prozent auf 7775 Punkte beziehungsweise 0,8 Prozent auf 2708 Zähler. Der Leitindex der Mailänder Börse gab 0,5 Prozent nach, mit einem Plus von knapp sechs Prozent seit Jahresbeginn steuert er allerdings auf das drittbeste Januar-Ergebnis seiner Geschichte zu. An der Börse Madrid rutschte der Ibex sogar um 2,3 Prozent ab. Er hatte in den vergangenen Wochen doppelt so stark zugelegt wie der Dax, der seit Jahresbeginn 2,5 Prozent gewonnen hat. An der Wall Street zeichnete sich eine schwächere Eröffnung ab.

Die zunehmende Verunsicherung der Investoren ließ sich auch am Terminmarkt ablesen. Die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, notierten mit 15,64 und 16,99 Punkten jeweils auf dem höchsten Stand seit mehreren Wochen. Vor diesem Hintergrund steuerten einige Investoren den "sicheren Hafen" Bundesanleihen an. Der Bund-Future gewann 63 Ticks auf 142,06 Zähler.

Philippe Gijsels, Chef-Analyst von BNP Paribas Fortis Global Markets, äußerte sich dennoch optimistisch über die Aussichten für die Aktienkurse. "Eine Menge Leute sind immer noch unterinvestiert. Das bedeutet, dass noch eine Menge Geld bereitsteht, um in diese Märkte einzusteigen." Auch für Hedgefonds-Manager Lex van Dam von Hampstead Capital ist die Rally noch nicht zu Ende. "Wenn der Januar gut läuft, gilt dies normalerweise auch für das Gesamtjahr."

Am Devisenmarkt kostete der Euro 1,3552 Dollar beziehungsweise 123,31 Yen und behauptete damit seine jüngsten Gewinne. Börsianern zufolge profitierte die Gemeinschaftswährung weiterhin von der ultra-lockeren Geldpolitik der Notenbanken in den USA und Japan.   Fortsetzung...