Konjunkturoptimismus treibt Anleger in Aktien und Euro

Freitag, 1. Februar 2013, 11:14 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Zeichen für eine Stabilisierung der Konjunktur in der Euro-Zone mehren sich - und sorgten an den Finanzmärkten zum Wochenschluss für gute Laune.

Der Euro kletterte am Freitag auf bis zu 1,3674 Dollar und war damit so teuer wie seit Mitte November 2011 nicht mehr. Auch der Dax legte um 0,7 Prozent auf 7827 Zähler zu. Viele Anleger gingen zunehmend davon aus, dass das Schlimmste in Sachen Euro-Krise vorbei hinter uns liege, sagte ein Händler.

Für die Industrie in den Euro-Ländern geht es derzeit jedenfalls wieder bergauf: Der Markit-Einkaufsmanagerindex kletterte im Januar um 1,8 auf 47,9 Punkte - den höchsten Stand seit knapp einem Jahr. Damit näherte sich das Barometer der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert. "Die konjunkturellen Wendesignale in der Eurozone verfestigen sich, nachdem vor allem in Deutschland bereits eine Reihe von Stimmungsindikatoren deutliche Zuwächse verbuchen konnte", urteilt Helaba-Analyst Ralf Umlauf in einem Kommentar. "Das vierte Quartal 2012 könnte somit das Quartal mit der schwächsten wirtschaftlichen Dynamik gewesen sein."

ANLEGER HOFFEN AUF GUTE US-ARBEITSMARKTDATEN

Weiteren Auftrieb könnten die Märkte am Nachmittag erhalten, wenn die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts ansteht. Einige Investoren setzen laut einem Händler auf eine positive Überraschung. "Die Vorgaben sind freundlich, denn die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe haben sich im Trend reduziert und der ADP-Beschäftigungsreport beeindruckte den zweiten Monat in Folge mit einem deutlichen Anstieg", schrieb Helaba-Analyst Ulrich Wortberg in einem Kommentar. Von Reuters befragte Analysten rechnen im Januar mit der Schaffung von 160.000 Stellen nach 155.000 im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sollte den Schätzungen zufolge bei 7,8 Prozent stagnieren.

Für Gesprächstoff an den Aktienmärkten sorgte am Freitag auch der Börsengang des Wohnungskonzerns LEG Immobilien. Der erste Kurs der Papiere, die zu 44 Euro ausgegeben worden waren, lag bei 44,50 Euro. Das ist ein Aufschlag zum Emissionspreis von rund einem Prozent. Am späten Vormittag notierten die Papiere bei 44,15 Euro. LEG ist - nach dem IPO des Mobilfunkkonzerns O2 im Oktober - der zweitgrößte Börsengang in den vergangenen fünf Jahren in Deutschland. Mit einem Börsenwert von gut 2,3 Milliarden Euro kann die LEG rasch mit einem Aufstieg in den Nebenwerteindex MDax rechnen.

KLAGEVERLEGUNG HILFT PORSCHE

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten Infineon, die sich nach einer Reihe positiver Analystenkommentare um gut zwei Prozent verteuerten. Bayer gaben dagegen 0,3 Prozent nach - die EU-Kommission will bedrohte Honigbienen mit einem Verbot bestimmter Pflanzenschutzmittel schützen. Für den Leverkusener Konzern, der solche Pestizide produziert, wäre das ein weiterer Schlag. Bayer lehnt daher den Vorstoß der Kommission ab.

Deutlich nach oben ging es für Porsche, die von einer Verlegung einer milliardenschweren Klage von 26 Hedgefonds nach Deutschland profitierten. Die Titel, die in keinem großen Index gelistet sind, verteuerten sich um bis zu 3,7 Prozent auf 66,50 Euro. "Die Entscheidung ist positiv für Porsche, da mögliche Entschädigungszahlungen in Deutschland weitaus geringer ausfallen könnten als in den USA", schrieb Equinet-Analyst Tim Schuldt in einem Kommentar.

Die Kläger werfen der Porsche Holding Betrug und ungerechtfertigte Bereicherung im Zusammenhang mit den Transaktionen mit Volkswagen-Aktien im Jahr 2008 vor. Die Hedgefonds sprechen insgesamt von einem Schaden von mehr als 1,4 Milliarden Dollar.