Versöhnlicher Wochenausklang am Aktienmarkt - Euro höher

Freitag, 1. Februar 2013, 18:03 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Ermutigende Konjunkturdaten aus Europa und den USA haben den Aktienmärkten beiderseits des Atlantik sowie dem Euro am Freitag Auftrieb gegeben.

Eine überraschend geringe Rückzahlung von EZB-Mitteln durch die Banken dämpfte die Kauflaune der Anleger allerdings etwas.

Das Stimmungsbarometer der europäischen Einkaufsmanager stieg im Januar auf ein Elf-Monats-Hoch von 47,9 Punkten, nach 46,1 Zählern im Vormonat. Sein US-Pendant markierte mit 55,8 Zählern immerhin den höchsten Stand seit April 2012. Der Jobaufbau außerhalb der US-Landwirtschaft lag zwar mit 157.000 im Rahmen der Erwartungen, dafür wurden aber die Werte für die beiden Vormonate kräftig nach oben korrigiert.

Dies sollte die Enttäuschung, dass der Januar-Wert nicht besser ausgefallen sei, etwas dämpfen, sagte Analyst Frank Lesh von Futurepath Trading. "Ich sehe nichts, was die Aussichten für die Geldpolitik der Fed oder die Konjunktur verändert." Die US-Notenbank will so lange frisches Geld in den Markt pumpen, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent von derzeit 7,9 Prozent gefallen ist.

DAX UND EUROSTOXX50 ZIEHEN AN - IBEX UND FTMIB UNTER DRUCK

Der Dax verabschiedete sich mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 7833,39 Punkten in den Feierabend. Der EuroStoxx50 gewann 0,2 Prozent auf 2710,08 Zähler. Damit lagen sie auf Wochensicht aber 0,3 und 1,3 Prozent im Minus. An der Wall Street übersprang der Dow Jones am Freitag kurzzeitig die psychologisch wichtige Marke von 14.000 Punkten und notierte bei Xetra-Schluss noch 0,9 Prozent fester bei 13.988 Zählern. Nasdaq und S&P 500 gewannen jeweils 0,8 Prozent.

Gegen den Trend rutschte der spanische Leitindex Ibex um 1,6 Prozent ab. Börsianer begründeten dies mit der Aufhebung des Verbotes von Leerverkäufen. Dabei verkaufen Anleger Papiere, die sie sich vorher geliehen haben. Sie hoffen darauf, sie bis zum Ende der Leihfrist billiger zurückkaufen zu können.

Der Mailänder Leitindex brach kurzzeitig um 1,8 Prozent ein. Insidern zufolge untersuchen italienische Behörden die Derivate-Geschäfte, die der ältesten Bank der Welt, Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS), millionenschwere Verluste eingebrockt hatten. Betroffen seien neben BMPS unter anderem Intesa Sanpaolo und Unicredit. Die Aktien der drei Geldhäuser verloren zwischen 2,6 und 5,9 Prozent.

Am Devisenmarkt stieg der Euro dank des Rückenwindes durch die Konjunkturdaten am Abend auf 1,3711 Dollar. Damit war er so teuer wie zuletzt im November 2011.   Fortsetzung...