FOKUS3-Italien und Spanien drücken Euro - Commerzbank enttäuscht

Montag, 4. Februar 2013, 16:14 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Sorgen um die Stabilität Spaniens und Italiens sowie mit Enttäuschung aufgenommene Zahlen der Commerzbank haben den europäischen Finanzmärkten am Montag zugesetzt.

Der Euro entfernte sich von seinen zuletzt erreichten Höchstständen, die Renditen der Peripherie-Länder zogen an. Die Titel der Commerzbank waren mit einem Minus von zeitweise fünf Prozent die größten Verlierer im Dax. Der deutsche Leitindex selbst beschleunigte am Nachmittag seine Talfahrt und verlor 1,6 Prozent auf 7709 Zähler. Händlern zufolge sorgten charttechnische Faktoren dafür, dass der Dax unter die Räder geriet. Der Euro fiel unter die Marke von 1,36 Dollar.

Dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy wird vorgeworfen, jahrelang Zahlungen aus Schmiergeldkassen erhalten zu haben. Der Chef der oppositionellen Sozialisten, Alfredo Perez Rubalcaba, forderte Rajoy zum Rücktritt auf. Der Leitindex in Madrid markierte mit einem Abschlag von 2,1 Prozent ein Fünf-Wochen-Tief.

In Italien wird die Affäre um die Traditionsbank Monte Paschi zunehmend zu einem Spielball der Innenpolitik. Anleger fürchten, dass die Affäre dem vom ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi geführten Mitte-Rechts-Bündnis Auftrieb gibt. Ende des Monats soll gewählt werden. Angeführt von deutlichen Kursverlusten bei den Finanzwerten fiel der italienische Leitindex um 2,7 Prozent auf den tiefsten Stand seit knapp vier Wochen. UniCredit, Banco Popolare und Monte Paschi verloren zwischen 4,7 und 3,8 Prozent. Der EuroStoxx50 gab 1,5 Prozent auf 2670 Punkte nach. An den US-Börsen zeichnete sich ebenfalls ein schwächerer Handelsstart ab.

EURO ENTFERNT SICH VON 1,37-DOLLAR-MARKE

Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise auf 1,3547 Dollar zurück, nachdem sie am Freitag noch bei 1,3711 Dollar notiert hatte. Die Renditen der zehnjährigen spanischen und italienischen Renditen zogen auf 5,434 und 4,513 Prozent an. Zu Wochenschluss hatten sie jeweils bei 5,215 und 4,330 Prozent gelegen.

Zusätzlich belastet wurde die Stimmung von den weiter steigenden Arbeitslosenzahlen in Spanien: 4,98 Millionen waren dort im Januar ohne Job - im Vergleich zum Dezember sind das gut 132.000 Menschen mehr. Die Probleme vieler Peripherie-Ländern seien zuletzt ignoriert worden, sagte ein Händler. "Aber es war absehbar, dass das nicht lange gut gehen würde."

HÄNDLER - AUCH MIESE GESAMTSTIMMUNG SETZT COBA-AKTIE ZU

Am deutschen Aktienmarkt gaben die Aktien der Commerzbank um bis zu 5,1 Prozent auf 1,52 Euro nach. Sonderabschreibungen belasteten das Geldhaus mit fast einer Milliarde Euro, weshalb 2012 unter dem Strich nur ein Gewinn von sechs Millionen Euro übrig blieb. Ein Jahr zuvor waren es noch 638 Millionen gewesen. Im vierten Quartal allein verbuchte die Bank 720 Millionen Euro Verlust. Händlern zufolge hofften einige Anleger, dass die Commerzbank ähnlich wie die Deutsche Bank ihre Bilanz nun um die meisten Problemfelder bereinigt habe. Angesichts der schlechten Gesamtstimmung am Markt helfe das der Commerzbank-Aktie aber nicht. Die Titel der Deutschen Bank verloren 1,4 Prozent.   Fortsetzung...