Finanztitel und zyklische Werte belasten Schweizer Börse

Montag, 4. Februar 2013, 18:08 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Neue Krisensorgen haben die Schweizer Börse am Montag belastet.

Sorgen um die Stabilität Italiens und Spaniens hätten den Optimismus der jüngsten Zeit wieder etwas in den Hintergrund gedrängt, erklärten Händler. Manche Marktteilnehmer nähmen die neue Unsicherheit zum Anlass um Gewinne einzustreichen. Einzelne Finanzwerte und zyklische Titel verbuchten grössere Verluste. Wegen der im Laufe der Woche anstehenden zahlreichen Firmenergebnisse verhielten sich die Anleger ohnehin vorsichtig.

Der Leitindex SMI schloss um 0,78 Prozent schwächer auf 7363 Punkten. Der breite SPI schwächte sich um 0,72 Prozent ab auf 6775 Zähler. Aus charttechnischer Sicht könnte der SMI kurzfristig die Konsolidierung in Richtung 7200 Punkte fortsetzen, kommentierte die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Solange der Index aber nicht unter 6800 Punkte falle, könnte der mittelfristige Aufwärtstrend bis 8000 Punkte anhalten.

Unter Druck standen einzelne Finanzwerte. Neben der Euro-Krise drückte das schwache Abschneiden der deutschen Commerzbank auf die Stimmung der Anleger. Die Titel der Credit Suisse verloren 4,5 Prozent. Starke Kursrückgänge verzeichneten auch die Papiere von Julius Bär mit minus drei Prozent. Die Privatbank hatte einen Jahresbericht im Rahmen der Markterwartungen vorgelegt. Händler und Analysten kritisierten dabei aber die sinkenden Bruttomargen und das Fehlen eines konkreten Ausblicks.

Die Aktie der Grossbank UBS rutschte am Tag vor der Veröffentlichung des Jahresberichts um 1,6 Prozent ins Minus. Der Markt stellt sich auf einen Milliarden-Verlust ein. Vontobel büssten 3,3 Prozent ein. Vontobel und Credit Suisse veröffentlichen im Laufe der Woche ebenfalls die Ergebnisse für 2012. Bei den Versicherungswerte ermässigten sich Swiss Life und Zurich um gut 1,5 Prozent.

Positiv stachen die Aktien des Uhrenherstellers Swatch heraus. Der Kurs stieg um fünf Prozent auf ein neues Hoch bei 543,5 Franken. Der Weltmarktführer steigerte seinen Konzerngewinn überraschend deutlich um 26 Prozent auf 1,608 Milliarden Franken. Die Dividende soll um gut 17 Prozent auf 6,75 Franken steigen. Das Jahr 2013 begann nach Firmenangaben "im Januar mit einem weiteren gesunden Wachstum". Analysten äusserten sich positiv über das Ergebnis. Swatch habe bisher die Anleger auch nach ambitiösen Prognosen nicht enttäuscht.

Dagegen fielen die Titel von Konkurrent Richemont im Verlauf um 1,7 Prozent. Andere Zyklische Titel wie ABB und Adecco rutschten im Verlauf um gut zwei Prozent in die Verlustzone. Sulzer und Holcim konnten sich knapp behaupten.

Die als krisenresistent geltenden Schwergewichte Nestle und Roche schwächten sich um knapp ein Prozent ab. Novartis aber gewannen 0,6 Prozent und stützten den Markt etwas.

Meyer Burger brachen um 6,5 Prozent ein. Der Solarzulieferer schliesst eine Kapitalerhöhung nicht mehr kategorisch aus. Anderseits macht das Unternehmen auch Silberstreifen aus. Manche Firmen seien wieder ausgelastet, sagte Firmenchef Peter Pauli in einem Interview mit dem Onlineportal "Cash".