Euro-Krise belastet Börsen in Fernost

Dienstag, 5. Februar 2013, 08:11 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Die Furcht vor einem neuen Aufflammen der Euro-Krise hat am Dienstag zahlreiche asiatische Anleger zu Gewinnmitnahmen veranlasst.

In Japan mussten die wichtigsten Börsenbarometer nach fünf aufeinanderfolgenden Tagen mit Kursgewinnen deshalb kräftig Federn lassen. Anlass für die Skepsis waren politische Turbulenzen in Spanien und Italien, die am Montag bereits den europäischen Börsen heftige Verluste eingebrockt hatten. Auch der Euro setzte deshalb seine jüngste Talfahrt fort und kostete mit 1,3484 Dollar weniger als am Vorabend in New York.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,9 Prozent tiefer bei 11.046 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index rutschte 1,7 Prozent auf 939,7 Zähler ab.

Die Anleger fürchteten, dass der Reformeifer in Spanien und Italien zum Erliegen kommt. Dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy wird vorgeworfen, jahrelang Zahlungen aus Schmiergeldkassen erhalten zu haben. Die Opposition verlangt den Rücktritt des Regierungschefs, der sich um eine Sanierung der Staatsfinanzen bemüht. Anleger fürchten zudem, dass in Italien die Affäre um die Traditionsbank Monte Paschi dem vom ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi geführten Mitte-Rechts-Bündnis Auftrieb gibt. Auch der Verlauf der bisherigen Bilanz-Saison in Japan lieferte den Investoren bislang wenig Grund für Optimismus: Zwei Drittel der Firmen, die bis jetzt ihre Ergebnisse präsentiert habe, lagen unter den Erwartungen der Analysten.

Die Aktien von Toyota schlossen unmittelbar vor der Vorlage von Bilanzzahlen 1,2 Prozent schwächer. Nach Börsenschluss erhöhte der Autobauer seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Im Zentrum der Aufmerksamkeit standen auch die Werte von Hitachi mit einem Minus von 6,4 Prozent. Anleger zeigten sich erschrocken darüber, dass der Maschinenbauer seine Gewinnprognose für dieses Jahr kappte - vor allem wegen der schwachen Nachfrage in Europa.

Dagegen waren die Aktien von Panasonic sehr begehrt und gewannen knapp vier Prozent, nachdem der Elektronik-Konzern in die Gewinnzone zurückgekehrt war. Auch die Anteilsscheine von Japan Airlines gehörten mit einem Plus von fünf Prozent zu den Gewinnern, weil das Konzern seine Geschäftsprognosen erhöhte.

Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans gab 0,9 Prozent nach. Unter den wichtigsten Börsen konnte allein der Handelsplatz in Shanghai leicht zulegen. Die Wall Street hatte am Montag ebenfalls unter dem Eindruck der neuen Probleme in der Euro-Zone gelitten und Federn gelassen.

 
People look at a stock index board outside a brokerage in Tokyo January 30, 2013. REUTERS/Toru Hanai