Skandale in Südeuropa machen Börsen zu schaffen

Dienstag, 5. Februar 2013, 11:14 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Aus Furcht vor Rückschlägen bei den Reformen in Spanien und Italien haben sich Anleger am Dienstag nur vereinzelt an den europäischen Börsen engagiert.

Dax, Euro & Co. stabilisierten sich zwar, die Stimmung blieb aber gedämpft.

"Für eine Fortsetzung der Konsolidierung der Staatshaushalte ist eine starke Regierung notwendig, die im Zweifel auch sehr unpopuläre Entscheidungen trifft", schrieben die Analysten der National-Bank in einem Kommentar. "Sollte sie jedoch innenpolitisch angeschlagen sein, wie das Beispiel Spanien zeigt, reagieren die Marktakteure."

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy muss sich mit Korruptionsvorwürfen auseinandersetzen. In Italien avanciert die Affäre um das älteste Finanzinstitut der Welt, die Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS), zum Politikum. Anleger fürchten, dass der Skandal dem ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zu einem politischen Comeback verhilft. Ende des Monats soll in Italien gewählt werden.

"Ein Regierungswechsel in beiden Ländern würde die derzeitigen Sparanstrengungen auf die Kippe stellen", warnte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. "Eine Sanierung der Staatsfinanzen und ein nachhaltiger Haushalt sind das A und O in der Lösung der Schuldenprobleme."

Die Analysten von Capital Spreads mahnten allerdings zur Besonnenheit. Die Meldungen über die politische Instabilität in Spanien und Italien hätten Investoren nur als Ausrede gedient, um Gewinne mitzunehmen. Ähnlich urteilte Richard Yetsenga, leitender Analyst bei ANZ Research: "Das sieht nach einer gesunden Korrektur aus, nichts weiter."

DAX UND EUROSTOXX STABILISIERT - EURO LEICHT ERHOLT

Der Dax notierte knapp im Minus bei 7632 Punkten, während der EuroStoxx50 0,2 Prozent auf 2631 Zähler gewann. Am Vortag hatten die beiden Indizes 2,3 und 3,1 Prozent verloren. Der Mailänder Leitindex, der am Montag sogar um 4,5 Prozent eingebrochen war, überwand seine Anfangsschwäche und legte um 0,9 Prozent zu. Der spanische Ibex (Vortag: minus 3,8 Prozent) notierte ein Prozent fester.

Die Nervosität der Aktienanleger blieb dennoch hoch. Die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx lagen mit 17,55 und 19,40 Punkten in Reichweite ihrer jeweiligen Mehr-Wochen-Hochs vom Vortag.   Fortsetzung...