Nervöse Anleger drücken Dax unter 7600 Punkte

Mittwoch, 6. Februar 2013, 15:06 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die zunehmende Nervosität der Anleger und der Streit zwischen Deutschland und Frankreich um den Wechselkurs des Euro haben die Finanzmärkte am Mittwoch unter Druck gesetzt.

Der Dax fiel um 1,5 Prozent auf 7551 Zähler und markierte damit den niedrigsten Stand seit acht Wochen. Aus charttechnischer Sicht habe das Durchbrechen der Marke von 7600 Punkten den Weg für weitere Kursverluste geebnet, sagten mehrere Börsianer. Auch die anderen europäischen Märkte gerieten im Handelsverlauf zunehmend unter Druck, der EuroStoxx50 verlor 1,6 Prozent auf 2609 Punkte. An den US-Börsen zeichnete sich ebenfalls ein schwacher Handelsstart ab.

Die Vorsicht an den Märkten rührte nicht zuletzt von den anhaltenden Sorgen um die politische Stabilität in Südeuropa her. In Spanien sieht sich die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert, in Italien fürchten Anleger ein Wiedererstarken des ehemaligen Regierungschefs Silvio Berlusconi bei den Wahlen Ende Februar.

Der Euro wurde zusätzlich belastet durch die Aussagen des französischen Finanzministers Pierre Moscovici, der die Wechselkurspolitik kommende Woche mit seinen Kollegen aus der Euro-Zone besprechen will. Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte am Dienstag vor dem EU-Parlament eine aktive Wechselkurspolitik gefordert, um den Euro und die Unternehmen in der Europäischen Union gegen Abwertungen anderer Währungen zu schützen. Ein Sprecher der Bundesregierung sagte indes, die Gemeinschaftswährung sei im historischen Vergleich nicht überbewertet. Der Euro fiel auf bis zu 1,3501 Dollar, nach 1,3581 Dollar am Vorabend in New York. Zugleich suchten Anleger ihr Heil in den als sicher geltenden Bundesanleihen - der Bund-Future legte 54 Ticks auf 142,74 Punkte zu. Dagegen zogen die Renditen für spanische und italienische Anleihen wieder an.

EMPFEHLUNG DER DZ BANK SCHIEBT MORPHOSYS AN

Die Nervosität am Markt ließ sich auch an den Finanzwerten ablesen. Der europäische Branchenindex fiel um 1,2 Prozent. Die Titel der Commerzbank führten im Dax die Verliererliste mit einem Minus von 2,9 Prozent an. Deutsche Bank notierten 1,9 Prozent niedriger.

Zu den Verlierern gehörten zudem die Versorger E.ON und RWE mit Kursverlusten von 1,8 und 2,4 Prozent. Die Analysten der Berenberg Bank hatten für E.ON eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen. Ihre Kollegen bei der Credit Suisse stutzen das Kursziel für RWE. "Die Dividenden der Versorger reichen vielen Anlegern nicht mehr. Da gibt es renditeträchtigere Titel", erklärte ein Händler.

Auf der kurzen Dax-Gewinnerseite standen die Lufthansa-Aktien mit einem Aufschlag von 2,1 Prozent. Der Billigflieger Easyjet vermeldete für Januar eine Steigerung der Passagierzahlen um vier Prozent. Die Titel von Easyjet legten in London um zwei Prozent zu.

Im MDax standen die Metro-Aktien mit einem Plus von 3,4 Prozent ganz oben. Der Mischkonzern Haniel hat wie angekündigt einen Teil seiner Anteile an dem Handelsriesen verkauft und seine Metro-Beteiligung auf 30,01 von 34,24 Prozent gesenkt. "Endlich ist der Verkaufsdruck weg", sagte ein Händler. "Das hing wie ein Damoklesschwert über der Aktie", fügte ein zweiter hinzu.   Fortsetzung...

 
Traders are pictured at their desks in front of the DAX board at the Frankfurt stock exchange February 1, 2013. REUTERS/Remote/Janine Eggert (GERMANY - Tags: BUSINESS)