Schweizer Börse verliert Schwung

Mittwoch, 6. Februar 2013, 16:57 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Gewinnmitnahmen an der US-Börse haben den Aktienhandel in der Schweizer Börse gebremst.

Gegen Schluss bröckelten die Kurse am Mittwoch ab. Zunächst hatten positive Auslandsvorgaben und ein etwas schwächerer Franken die Anleger zu Käufen animiert. Gleichwohl hängt die Euro-Schuldenkrise weiterhin über dem Markt. "Die Leute verhalten sich vorsichtig", sagte ein Börsianer. "Die Probleme in Italien, Spanien und anderen Ländern bleiben ungelöst und können die Anleger immer wieder in Angst versetzen."

Der SMI notierte gegen Schluss noch marginal höher bei 7407 Zählern nach einem Tageshoch bei 7465 Punkten. Der breite SPI tendierte marginal schwächer bei 6809.

Unter Druck standen die nach der Veröffentlichung des Jahresabschlusses die Aktien von Syngenta mit 2,5 Prozent Abschlag. Nach der starken Kursentwicklung der vergangenen Monate kam es nach Händlerabgaben zu Gewinnmitnahmen. Das Ergebnis sei gut ausgefallen, lasse aber nicht viel Raum für weitere Kursgewinne. Syngenta erzielte im Vorjahr dank einer starken Anbausaison in Nord- und Lateinamerika Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn und hebt die Dividende kräftig um 19 Prozent auf 9,50 Franken je Aktie an. Für das laufende Jahr stellte Konzernchef Mike Mack erneut rekordhohe Verkaufserlöse in Aussicht.

An zweiter Stelle auf der Minus-Liste standen Swatch mit einem Minus von 1,7 Prozent. Swatch droht nach einem Bericht der "Finanz und Wirtschaft" der Ausschluss aus dem Leitindex SMI weil der Uhrenkonzern seine Bilanz nicht mehr nach einem international anerkannten Rechnungslegungsstandard erstellen will. Zudem könnte der Konzern von einem Radio- und Fernseh-Werbeverbot in China in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Titel von Konkurrent Richemont gaben leicht nach.

Die Anteile anderer zyklischer Firmen wie ABB, Adecco, Geberit und Holcim tendierten fester.

Bei den Banken stachen Vontobel mit einem Anstieg von 1,75 Prozent heraus. Der Vermögensverwalter steigerte 2012 dank eines starken Fondsgeschäfts das Netto-Neugeld auf 8,6 Milliarden Franken von 8,2 Milliarden Franken im Vorjahr. Der Gewinn wuchs um 15 Prozent auf 130,6 Millionen Franken und Vontobel will die Dividende um 0,10 Franken auf 1,20 Franken je Aktie erhöhen.

Die Anteile der Grossbank Credit Suisse gaben am Tag vor der Bilanzvorlage leicht nach. UBS stiegen um 0,3 Prozent. Die Versicherungswerte tendierten leicht schwächer.

Bei den Aktien der als krisensicher geltenden Firmen bröckelte der Genussschein von Roche 0,8 Prozent ab. Novartis und Nestle rückten leicht vor. Swisscom verloren am Tag vor der Ergebnisveröffentlichung 0,8 Prozent.

Gesucht waren Händlern zufolge Aktien von Firmen mit attraktiver Dividendenrendite. Dazu zählten sie Walter Meier, Bachem und Burkhalter. Kräftig zulegen konnten auch Siegfried und Voegele. Kudelski verloren drei Prozent.