Asiens Börsen legen vor EZB-Sitzung Verschnaufpause ein

Donnerstag, 7. Februar 2013, 08:18 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Die asiatischen Aktienmärkte haben im Vorfeld der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag eine Verschnaufpause eingelegt.

Vor allem in Japan prägten wie am Vortag bereits in Europa und den USA Gewinnmitnahmen das Börsengeschehen. Investoren warteten mit Spannung auf Äußerungen von EZB-Chef Mario Draghi zum Stand der europäischen Schuldenkrise.

Analysten zufolge herrschte Optimismus, dass Europa das Schlimmste hinter sich haben könnte. Der Druck auf die Euro-Zone durch die Schuldenkrise hat zuletzt nachgelassen. Zudem mehrten sich die Anzeichen für eine Konjunkturerholung. Doch der Korruptionsskandal in Spanien und der ungewisse Ausgang der Ende diesen Monats anstehenden Wahl in Italien sorgten in Japan zugleich für anhaltende Unsicherheit über die weitere politische Entwicklung in Europa. Von Reuters befragte Analysten und Volkswirte rechnen nicht damit, dass die EZB-Währungshüter den seit Mitte 2012 bei rekordniedrigen 0,75 Prozent liegenden Schlüsselzins antasten. Der Euro tendierte mit 1,3530 Dollar im Vergleich zum späten New Yorker Handel kaum verändert.

In Japan gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,9 Prozent nach auf 11.357 Punkte. Auch die Aktienmärkte in anderen asiatischen Ländern lagen überwiegend im Minus, allerdings nicht so sehr wie in Tokio. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien tendierte 0,15 Prozent schwächer.

Am Mittwoch war der Nikkei noch auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren geklettert. Grund war der vorzeitige Abgang des japanischen Notenbankchefs. Anleger gehen davon aus, dass damit der Weg für eine weitere Lockerung der Geldpolitik frei ist. Am Donnerstag standen vor allem Exportwerte auf dem Verkaufszettel der Anleger, nachdem der Yen sich fester als zuletzt präsentierte. Zu den größten Verlierern zählten die Aktien des Kameraherstellers Nikon. Sie brachen um fast 19 Prozent ein. Das Unternehmen kürzte seine Geschäftsprognosen deutlich. Gegenläufig war die Entwicklung beim Autobauer Mazda: Dieser hob seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr per Ende März um 80 Prozent an. Die Mazda-Aktie verteuerte sich um zwölf Prozent.

 
Men walk past logos at the Tokyo Stock Exchange in Tokyo February 6, 2013. REUTERS/Toru Hanai