Schwache Bankaktien drücken Schweizer Börse ins Minus

Donnerstag, 7. Februar 2013, 17:47 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Donnerstag kräftig Terrain eingebüsst.

Politische Unsicherheiten in Südeuropa lasteten auf dem Markt und drückten die Bankaktien tief in die Verlustzone. Nach der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB), die wie erwartet den Leitzins unverändert bei 0,75 Prozent beliess, und dem schwächeren Auftakt an der Wall Street weiteten sich die Verluste noch aus. Bei den schwergewichteten Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestle sowie der Pharmafirmen Novartis und Roche nahmen Anleger ebenso Gewinne mit wie bei den Luxusgüterherstellern Richemont und Swatch.

Der Leitindex SMI fiel um 1,3 Prozent auf 7337 Punkte. Der breite SPI sank um 1,2 Prozent auf 6756 Zähler.

Die Aktien der Grossbank Credit Suisse rutschten nach anfänglichen Gewinnen im Einklang mit anderen europäischen Bankaktien in die Verlustzone und notierten 3,1 Prozent schwächer. Händler sagten, vor allem ausländische Anleger nahmen Gewinne mit. "Die Abgaben sind mir genau so ein Rätsel wie der starke Kursanstieg vom Morgen", sagte ein Händler. Das Ergebnis der CS sei wenig berauschend gewesen. Allerdings mache der Ausblick Mut. Der Reingewinn der Bank stieg im vierten Quartal auf 397 Millionen Franken von 254 Millionen im Quartal davor. Analysten hatten allerdings mit einem Überschuss von 645 Millionen Franken gerechnet. Die Bank will erneut 0,75 Franken Dividende je Aktie ausschütten. Die Aktionäre erhalten 0,10 Franken in bar und den Rest in Aktien.

Der Titel von Konkurrent UBS gaben 2,2 Prozent nach. Die Anteile der Bank Vontobel schwächten sich nach dem Kursanstieg vom Vortag um 0,7 Prozent ab. Die Titel der VP Bank schnellten dagegen 4,4 Prozent hoch. Die Liechtensteiner Bank stellte für 2012 einen Gewinnsprung auf rund 47 Millionen Franken in Aussicht.

Unter Abschlägen von mehr als einem Prozent litten auch die Versicherungswerte. Zurich büssten nach einer Zurückstufung durch Citigroup 1,7 Prozent ein.

Bei den Luxusgüterwerten Richemont und Swatch lastete weiterhin die Angst auf dem Aktienkurs, dass das Werbeverbot für Luxusgüter in China im Rundfunk den Geschäftsgang der beiden Unternehmen in dem stark wachsenden Markt beeinträchtigen könnte.

Die Aktien von Swisscom sanken um ein Prozent. Der Telekomkonzern hat 2012 bei einem leichten Umsatzrückgang den Reingewinn auf 1,76 Milliarden Franken mehr als verdoppelt und will 22 Franken Dividende je Aktie zahlen.

Mehrheitlich schwächere Kurse gab es bei zyklischen Werten wie ABB, Adeco, Geberit und Holcim. Clariant notierten nach einem volatilen Verlauf 0,3 Prozent im Minus. Der Chemiekonzern will im März die Wandelanleihe 2014 vorzeitig zurückkaufen.

Die Aktien der Immobiliengesellschaft Allreal verloren nach einer Gewinnwarnung 3,6 Prozent. Die Aktien der Biopharma-Firma Basilea zogen nach einem überraschend starken Verlustabbau 0,9 Prozent an.