Starke China-Daten halten europäische Aktien im Plus

Freitag, 8. Februar 2013, 14:29 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Ermuntert von überraschend starken Exportzahlen aus China haben einige Anleger am Freitag bei europäischen Aktien zugegriffen.

Gefragt waren vor allem Autobauer, für die die Volksrepublik neben den USA der wichtigste Absatzmarkt ist. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, warnte jedoch davor, die Zahlen überzubewerten. "Im letzten Jahr fiel das chinesische Neujahrsfest in den Januar, entsprechend schwach ist aufgrund der Feiertage die Vergleichszahl."

Die chinesischen Exporte wuchsen im Januar um 25 Prozent, so stark wie zuletzt im April 2011. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 17 Prozent gerechnet. "Die wirtschaftliche Lage verbessert sich und die Handelsdaten untermauern den Aufwärtstrend", sagte Anlage-Stratege Hirokazu Yuihama von Daiwa Securities. Andere Konjunkturdaten wie die Einzelhandelsumsätze oder die Industrieproduktion deuteten ebenfalls darauf hin, dass die chinesische Konjunktur die Talsohle hinter sich gelassen habe.

DAX UND EUROSTOXX IM PLUS - EURO ÜBER 1,34 DOLLAR

Dax und EuroStoxx50 legten jeweils um etwa 0,3 Prozent auf 7607 und 2610 Punkte zu. Im Gegenzug gaben die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, 6,7 und 8,4 Prozent nach. Die Terminkontrakte auf die US-Indizes deuteten auf eine festere Eröffnung der Wall Street hin.

Der Konjunkturoptimismus verhalf der richtungsweisenden Rohöl-Sorte Brent zu einem Kursanstieg von 0,7 Prozent auf 118,15 Dollar je Barrel. Das für Stromkabel und Wasserrohre verwendete Kupfer verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 8240 Dollar je Tonne.

Der Euro konnte sich dagegen nur vorübergehend über der Marke von 1,34 Dollar halten und kostete am frühen Nachmittag 1,3373 Dollar.

FRANKREICH UND ITALIEN UNTER BESONDERER BEOBACHTUNG

Cyrille Urfer, der bei der Schweizer Bank Gonet über die Portfolio-Struktur wacht, traute den europäischen Börsen angesichts der ermutigenden chinesischen Konjunkturdaten weitere Kursgewinne zu. Aktienhändler Joe Neighbour von Central Markets riet dagegen, auf einen fallenden Dax und einen Anstieg des US-Index S&P 500 zu setzen. "Die Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung der USA sind unübersehbar, während die grundlegenden Probleme der Euro-Zone noch nicht gelöst sind."   Fortsetzung...

 
The German share price index DAX board is pictured at the German stock exchange in Frankfurt January 25, 2013. REUTERS/Lisi Niesner (GERMANY - Tags: BUSINESS)