DAX-VORSCHAU: Anleger dürften neuen Mut fassen

Sonntag, 10. Februar 2013, 11:27 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Nach dem Rückschlag in der alten Woche dürften sich die Aktienmärkte schon bald wieder berappeln.

Analysten rechnen damit, dass viele Anleger die niedrigeren Kurse nutzen, um ihre Einkaufstour wiederaufzunehmen. Neue Unsicherheiten rund um die Euro-Schuldenkrise hatten den Dax auf Wochensicht um 2,3 Prozent gedrückt. Korruptionsvorwürfe gegen Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy und die Furcht vor einem Comeback des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi bei den Wahlen Ende Februar lasteten auf der Stimmung.

"Auch wenn die näher rückenden Wahlen in Italien für Unsicherheit sorgen könnten, sollte die aktuelle Korrektur als Kaufgelegenheit dienen", zeigten sich indes die Analysten der Landesbank Berlin optimistisch. Aktienstratege Markus Wallner von der Commerzbank riet dazu, vor allem diejenigen konjunkturabhängigen Werte zu bevorzugen, deren Gewinnwachstum überproportional gegenüber zum Gesamtmarkt steigen könnte. "Dies gilt vor allem für Unternehmen, deren Hauptabsatzmärkte sich außerhalb Europas insbesondere in den USA und den asiatischen Schwellenländern befinden, da das Wirtschaftswachstum in Europa weiter hinter dem globalen Wachstum hinterherhinken wird." Als Beispiele führte Wallner Adidas, BMW, HeidelbergCement und Hochtief an. Die europäischen Sektoren Banken, Telekom und Versorger sollten aus diesem Grund untergewichtet bleiben.

FRANKREICH WILL IN BRÜSSEL ÜBER EURO-WECHSELKURS SPRECHEN

Wie es in der Euro-Schuldenkrise weitergeht, dürfte am Montag und Dienstag Thema an den Finanzmärkten sein, wenn sich die Finanzminister der Euro-Länder in Brüssel treffen. Auf der Tagesordnung dürfte auch die Diskussion um den Wechselkurs des Euro stehen, die zuletzt insbesondere zwischen Frankreich und Deutschland geführt wurde. Ob zumindest die Wirtschaft des Währungsraumes wieder Tritt fasst, könnten die Daten zur Industrieproduktion am Mittwoch zeigen.

Aus den USA stehen in der kommenden Woche nur wenige Konjunkturdaten an. Lediglich am Freitag könnte mehr Bewegung in den Markt kommen, wenn Zahlen zur Industrieproduktion in der weltgrößten Volkswirtschaft sowie der Empire-State-Index und das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen präsentiert werden.

COMMERZBANK UND THYSSENKRUPP IM FOKUS

Auf Unternehmensseite stehen in der neuen Woche nur wenige Bilanzen aus der ersten Börsenliga an. Im Fokus der Anleger dürfte unter anderem die Bilanzpressekonferenz der Commerzbank am Freitag stehen. Das Geldhaus hatte zuletzt seine Aktie mit der Verkündung eines 700 Millionen Euro schweren Verlusts im vierten Quartal auf Talfahrt geschickt. Mit einem Minus von gut sieben Prozent hat die Commerzbank in der alten Woche so viel verloren wie kein anderer Dax-Wert. Zudem legen noch andere Großbanken aus dem Ausland ihre Zahlen vor: Barclays präsentiert sein Ergebnis am Dienstag, Societe Generale am Mittwoch und BNP Paribas am Donnerstag.

Daneben dürften die Zahlen von ThyssenKrupp am Dienstag die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der zuletzt von Skandalen und Verlusten erschütterte Stahlkonzern kündigte am Freitag an, Tausende Stellen zu streichen.

Aus der zweiten deutschen Börsenliga veröffentlichen unter anderem Bilfinger (Montag), TUI (Mittwoch) sowie Aurubis, Gerresheimer und Puma (jeweils am Donnerstag) ihre Bilanzen.

- von Tom Körkemeier