Spanien und Italien bereiten Rentenanlegern Kopfschmerzen

Montag, 11. Februar 2013, 11:46 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Sorgenfalten statt Feierlaune: Am Rosenmontag ließen die Investoren von Anleihen aus Südeuropa lieber die Finger.

Es wächst die Angst, dass die Euro-Sorgenkinder Italien und Spanien vor einer Abkehr ihres Sparkurses stehen könnten. Die Kurse der Peripherie-Bonds fielen, die Renditen zogen spürbar an. Erst wenn der Ausgang der Wahlen in Italien klar sei und sich die politische Situation in Spanien beruhigt habe, dürfte es für die Anleihen dieser Länder wieder bergauf gehen, sagte Piet Lammens, Stratege bei KBC.

Zehnjährige spanische Papiere rentierten zu Wochenbeginn bei 5,435 Prozent - nach 5,383 Prozent im Freitagsgeschäft. Ihre italienischen Pendants lagen bei 4,7 nach zuletzt 4,570 Prozent.

REFORMWILLIGE PARTEIEN IN ITALIEN UND SPANIEN SCHWÄCHELN

Umfragen in beiden Ländern deuten daraufhin, dass die reformwilligen Parteien an Unterstützung verlieren - wenn auch aus verschiedenen Gründen. In Italien hat die Partei des frühren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zuletzt Boden gutmachen können - Ende Februar wird dort ein neues Parlament gewählt. In Spanien drückt der Korruptionsskandal um Ministerpräsident Mariano Rajoy die Regierungspartei in ein Umfragetief.

Noch seien die Risikoaufschläge für spanische und italienische Bonds zwar weit von den Niveaus entfernt, die Sorgen um die fiskalische Tragfähigkeit rechtfertigten, schrieb Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann in einem Kommentar. "Aber dem Markt dürfte es zunehmend schwerfallen, die Risiken, die im Euroraum bestehen, weiter zu ignorieren."

Deutlich wird das auch beim Euro: Die Gemeinschaftswährung lag am Montag mit 1,3385 Dollar weit unter ihren Anfang Februar erreichten Höchstständen von 1,3711 Dollar. Für Verunsicherung sorgte - neben der Entwicklung in Italien und Spanien - zudem die anhaltende Debatte um eine aktive Steuerung des Euro-Wechselkurses. Der französische Finanzminister Pierre Moscovici hatte angekündigt, das Thema bei der Zusammenkunft der Euro-Gruppe am Nachmittag wie auch beim G20-Treffen der Finanzminister am Freitag diskutieren zu wollen. Frankreich sieht in der jüngsten Euro-Stärke Nachteile für die europäische Wirtschaft. Die deutsche Regierung hält die Gemeinschaftswährung allerdings nicht für überbewertet und spricht sich für flexible und am Markt gebildete Wechselkurse aus.

RICHTUNGSLOSER HANDEL AM AKTIENMARKT

An den europäischen Aktienmärkten tat sich an Rosenmontag nicht viel: Der Dax pendelte um seinen Freitagsschluss von 7652 Zählern, der EuroStoxx50 rückte um 0,3 Prozent vor. Wegen der Karnevalsfeiern fehlten viele Investoren, sagte ein Börsianer. Zudem gab es keine Impulse aus Asien: Die Börsen blieben feiertagsbedingt geschlossen.   Fortsetzung...