Börsen treten trotz Quartalszahlen auf der Stelle

Mittwoch, 13. Februar 2013, 11:44 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - An den europäischen Aktienmärkten ist derzeit Stillstand angesagt: Trotz zahlreicher Quartalsberichte treten Dax und EuroStoxx50 seit Tagen auf der Stelle.

Auch am Mittwoch notierten die beiden Indizes nahezu unverändert bei 7668 beziehungsweise 2649 Zählern. "Der Markt ist weiter auf der Suche nach neuen Impulsen", schrieb Helaba-Analyst Christian Schmidt in einem Kommentar. Bislang sei die Berichtssaison nur punktuell in der Lage gewesen, den Märkten frischen Wind einzuhauchen.

Börsianern zufolge sorgt vor allem der näher rückende Wahltermin in Italien für Zurückhaltung. Ende Februar wird ein neues Parlament gewählt und viele Anleger fürchten, dass das hoch verschuldete Land unter einer neuen Regierung von seinem bisherigen Sparkurs abrücken könnte. Die Verunsicherung sei groß, daher wolle niemand in Aktien einsteigen, sagte ein Händler.

LEIGHTON GIBT HOCHTIEF AUFTRIEB

Am deutschen Aktienmarkt ragten am Mittwoch nur wenige Titel heraus: So verteuerten sich Hochtief angesichts eines zuversichtlichen Ausblicks der Tochter Leighton im MDax in der Spitze um 6,7 Prozent. Leighton waren an der Börse Sydney um 11,2 Prozent auf ein Elf-Monats-Hoch von 23,14 australischen Dollar geklettert.

Ans Ende des Nebenwerteindex rutschten dagegen TUI, die sich um gut zwei Prozent verbilligten. Das Unternehmen hat im ersten Geschäftsquartal einen höheren Verlust eingefahren - der Fehlbetrag stieg auf 184 Millionen Euro von 137 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

In Frankreich schauten die Anleger vor allem auf Peugeot und Societe Generale: Der Opel-Partner Peugeot Citroen sieht trotz eines Milliardenverlusts im vergangenen Jahr eine Ende der Durststrecke. Um aus der Misere herauszukommen, will das Unternehmen 8000 Stellen streichen und ein Werk schließen. Dabei liege man über Plan, gab sich Firmen-Chef Philippe Varin optimistisch. Die Aktien verteuerten sich um 2,6 Prozent.

ANLEGER STRAFEN SOCIETE GENERALE AB

Weniger gnädig zeigten sich die Investoren bei der Societe Generale: Die französische Bank hat angesichts der Schwäche in der Euro-Zone im vierten Quartal rote Zahlen geschrieben und kündigte weitere Kostensenkungen an. Die Titel verbilligten sich um bis zu 4,1 Prozent auf 31,31 Euro und waren damit größter Verlierer im Pariser Leitindex.

Am Devisenmarkt hielt sich der Euro trotz des Hin und Hers um die richtige Wechselkurspolitik stabil. Die Gemeinschaftswährung notierte mit 1,3473 Dollar in Reichweite ihres New Yorker Vortagesschlusses. In Europa hat zuletzt vor allem Frankreich beklagt, die derzeitige Euro-Stärke laste auf der einheimischen Wirtschaft. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht dagegen kein Wechselkursproblem in Europa.