Schweizer Börse steigt kräftig - Höchster Stand sei 2008

Mittwoch, 13. Februar 2013, 18:11 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Mittwoch kräftig zugelegt und vorübergehend den höchsten Stand seit fast fünf Jahren erreicht.

Gefragt waren vor allem zyklische Werte. Aber auch die schwergewichteten Aktien aus der Pharma- und Lebensmittelbranche waren gesucht. Die Ankündigung der Regierung, mit schärferen Kapitalanforderungen für Banken den überhitzten Schweizer Wohnungsmarkt abzukühlen, bremste den Kursanstieg kaum. Die Aktien der Banken gaben nur vorübergehend stärker nach.

Der SMI schloss um 0,7 Prozent fester mit 7482 Punkten. Mit 7498 Zählern erreichte der Leitindex vorübergehend den höchsten Wert seit Juni 2008. Der breite SPI stieg um 0,8 Prozent auf 6887 Punkte.

Konjunkturhoffnungen liessen die Anleger nach den Aktien von zyklischen Firmen greifen. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB stiegen am Tag vor der Ergebnisveröffentlichung um 2,1 Prozent. Adecco, Geberit und Sulzer zogen mehr ein Prozent und mehr an.

Die Aktien von Clariant gewannen 3,7 Prozent. Der Chemiekonzern legt am Donnerstag ebenso wie die Biotech-Firma Actelion, der Versicherer Zurich und der Nahrungsmittelkonzern Nestle die Bilanz vor.

Gefragt waren auch die beiden Chemiewerte Givaudan und Syngenta sowie Luxusgüterwert Richemont mit Aufschlägen von mehr als 1,5 Prozent. Die Prognoseanhebung von John Deere verhalf den Aktien des Landmaschinen- und Kommunalfahrzeugbauers Bucher zu einem Plus von 1,5 Prozent.

Gewinnmitnahmen und das schlechter als erwartete Ergebnis der französischen Grossbank SocGen bremsten dagegen die Aktien der Banken. Credit Suisse waren gut gehalten und UBS büssten 0,8 Prozent ein. Die Aktivierung des antizyklischen Kapitalpuffers sorgte nur kurz für Druck. "Der Entscheid den Kapitalpuffer einzuführen, hat die Leute schon etwas aufgeschreckt", sagte ein Händler. Der Staub habe sich aber rasch wieder gelegt. Ab Ende September müssen Banken für Wohnbauhypotheken ein Prozent mehr Eigenmittel als normalerweise halten. Insgesamt müssten die Institute drei Milliarden Franken zusätzliches Kapital aufbringen, schätzt der Bundesrat.

Die Titel der St. Galler Kantonalbank stiegen um 2,5 Prozent. Die Bank hat den Gewinn 2012 um 11,5 Prozent auf 151,4 Millionen Franken gesteigert und will unverändert 15 Franken Dividende je Aktie zahlen. Für 2013 stellt das Institut einen Gewinn im Rahmen des Vorjahres in Aussicht.

Als Marktstützen erwiesen sich die Anteile der als krisensicher eingestuften Schwergewichte Novartis und Roche. Sie stiegen um 0,3 beziehungsweise ein Prozent. Die Actelion-Aktien zogen 1,9 Prozent an. Bei Nestle sorgte die Hoffnung auf ein gutes Ergebnis für ein Plus von 0,4 Prozent.