Schwache Konjunkturdaten aus der Euro-Zone drücken Dax

Donnerstag, 14. Februar 2013, 11:38 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Schwache Konjunkturdaten aus der Euro-Zone haben am Donnerstag den Anlegern an den Aktienmärkten die Laune verdorben.

Der Dax fiel um ein Prozent auf 7640 Punkte, der EuroStoxx um 0,7 Prozent. Die Volkswirtschaften in Deutschland und Italien waren im vierten Quartal 2012 stärker geschrumpft als Analysten erwartet hatten. Insgesamt ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Euro-Zone um 0,6 Prozent zurück. Experten hatten ein Minus von 0,4 Prozent prognostiziert. Dies belastete vor allem den Euro, der rund einen US-Cent auf 1,3330 Dollar abrutschte.

Sinkende Exporte und Investitionen hatten die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal mit minus 0,6 Prozent so stark schrumpfen lassen wie seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise nicht mehr. Der Rückgang lag auch noch unter den Erwartungen der Analysten, die mit minus 0,5 Prozent gerechnet hatten. In Italien sank das Bruttoinlandsprodukt im gleichen Zeitraum um 0,9 Prozent - stärker als von Analysten im Schnitt mit 0,6 Prozent erwartet. Damit schrumpfte die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone das sechste Mal in Folge und macht damit die längste Durststrecke seit 20 Jahren durch.

Positiv werteten die Anleger aber die Aussagen vieler Analysten, wonach die Talfahrt der deutschen Wirtschaft zu Beginn des neuen Jahres wieder enden dürfte. "Die gute Nachricht ist, dass dies einen Ausrutscher darstellen dürfte", urteilte NordLB-Analyst Christian Lips. "Bereits im laufenden Quartal erwarten wir eine Rückkehr auf den Wachstumspfad."

RHEINMETALL UND GERRESHEIMER MACHEN ANLEGER ZUFRIEDEN

Zu den Dax-Schlusslichtern zählten die Aktien von Infineon mit einem Abschlag von 3,4 Prozent. Die Analysten von HSBC hatten die Aktien auf "underweight" von "neutral" heruntergestuft.

Ansonsten standen in Frankfurt Werte aus der zweiten Reihe im Fokus. Größter Verlierer im MDax waren die Aktien von ProSiebenSat.1, die um 4,7 Prozent auf 24,06 Euro fielen. Börsianer begründeten das Minus mit der Platzierung der Anteile der beiden Großaktionäre KKR und Permira. Laut Händlern betrug der Platzierungspreis 24,60 Euro je Aktie. Längerfristig zeigten sich Börsianer aber zuversichtlich für die Kursentwicklung. Die Vorzugsaktien sind nun vollständig in Streubesitz. Auf der Hauptversammlung im Juli könnte zudem eine Zusammenlegung der Vorzüge mit den Stammaktien - sie sind derzeit noch nicht an der Börse - beschlossen werden.

Nach der Vorlage von Bilanzzahlen stiegen die Aktien von Rheinmetall um rund fünf Prozent auf 42,35 Euro. Damit führten sie die MDax-Gewinnerliste an. Die gute Entwicklung im Rüstungsbereich habe geholfen, das unerwartet schwache Geschäft in der Automobilzulieferung auszugleichen, kommentierte DZ-Bank-Analyst Markus Turnwald. Equinet-Kollege Adrian Pehl hob den überraschend starken Auftragseingang von 2,933 Milliarden Euro hervor.

Zu den größten Gewinnern im MDax zählten auch Gerresheimer mit einem Plus von 2,7 Prozent. Der Spezialverpackungshersteller ist dank guter Geschäfte mit der Pharmabranche auf Wachstumskurs und hebt die Dividende an.

Enttäuscht reagierten die Anleger dagegen auf die Aussagen von Süss Microtec zur Geschäftsentwicklung. Die Aktien brachen um bis zu 6,2 Prozent ein und hielten damit im TecDax die rote Laterne. Qiagen stiegen um 1,7 Prozent auf 15,59 Euro. Deutschlands größter Biotechkonzern baut seine Partnerschaft mit dem US-Pharmahersteller Eli Lilly aus, wie beide Unternehmen mitteilten.