Dax-Anleger setzen auf Positives vom ZEW - Euro stabil

Montag, 18. Februar 2013, 18:00 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Dax-Anleger haben sich am Montag von der europaweit eher trüben Stimmung nicht beirren lassen und lieber auf erfreuliche Daten von ZEW und Ifo-Institut gewettet.

Der Leitindex ging mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 7629 Zähler als einer der wenigen europäischen Leitindizes höher aus dem Handel.

"Der Dax ist seit Jahresanfang ein gnadenloser Underperformer, heute holt ihn die Hoffnung auf positive Konjunkturdaten etwas aus der Ecke", sagte ein Händler. Nach Einschätzung der Commerzbank dürfte sowohl der am Dienstag anstehende ZEW-Index als auch der am Freitag fällige Ifo-Index belegen, dass die deutsche Wirtschaft Ende des vergangenen Jahres die Wende geschafft hat und wahrscheinlich schon im ersten Quartal wieder wächst.

Besonders gefragt im hiesigen Leitindex waren die Versorger, die Händlern zufolge von Umschichtungen aus anderen Branchen profitierten. Mit einem Plus von 3,4 und 2,2 Prozent zählten RWE und E.ON zu den größten Dax-Gewinnern. "Die Titel sind seit Jahresbeginn ziemlich schlecht gelaufen, offenbar sehen da jetzt einige Investoren doch wieder Potenzial", sagte ein Börsianer. RWE haben allein seit Jahresbeginn rund zehn Prozent an Wert verloren, E.ON rund sechs Prozent.

ÜBERNAHME-SPEKULATIONEN TREIBEN KABEL DEUTSCHLAND

Für Gesprächsstoff sorgte die Ehefrau von Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich mit dem Verkauf von Aktien des Nivea-Herstellers. Die Titel büßten nach der Pflichtmitteilung 2,3 Prozent auf 64,30 Euro ein. "Praktisch hat der Chef Aktien verkauft. Wenn er das tut, warum sollen es andere Investoren nicht auch tun?", fragte ein Händler. Ellen-Brigitta Heidenreich veräußerte demnach am Freitag ein Aktienpaket, das sie im April vergangenen Jahres erworben hatte. Nach Berechnungen von Reuters ergab sich daraus ein Gewinn von rund 1,8 Millionen Euro.

Die Nachricht vom Tod des Metro-Gründers und Großaktionärs Otto Beisheim sorgte für Bewegung bei den Titeln des Handels-Konzerns. In einer ersten Reaktion waren sie ins Minus gedreht. Nach der Ankündigung der Beisheim-Gruppe, dass an der knapp zehnprozentigen Metro-Beteiligung festgehalten werde, zogen die Titel wieder an und verabschiedeten sich 0,5 Prozent höher aus dem Handel.

Spekulationen über ein kurz bevorstehendes Übernahme-Angebot von Vodafone sorgten unterdessen für ordentliche Kursgewinne bei Kabel Deutschland. Die Aktien setzten sich mit einem Plus von 4,1 Prozent an die Spitze des Nebenwerte-Index MDax. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge will das Management des britischen Mobilfunk-Konzerns noch die Quartalszahlen des deutschen Kabelnetzbetreibers am Mittwoch abwarten. ž

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