Dax-Anleger hoffen auf Wachtumslokomotive Deutschland

Dienstag, 19. Februar 2013, 10:44 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Hoffnung auf gute Perspektiven für die deutsche Wirtschaft hat den Dax am Dienstag angeschoben.

Vor der Veröffentlichung des ZEW-Index kletterte der Leitindex um 0,5 Prozent auf 7663 Zähler. Auch der EuroStoxx50 legte um 0,5 Prozent zu. "Grund für Pessimismus ist nicht gegeben", schrieb Helaba-Analyst Ulrich Wortberg in einem Kommentar. Er rechnet damit, dass der ZEW-Index auch nach dem starken Januarwert noch Luft nach oben hat. Zum Jahresauftakt war das Barometer für die Konjunkturentwicklung mit 31,5 Punkten auf den höchsten Stand seit Mai 2010 geklettert. Von Reuters befragte Analysten rechnen im Februar im Schnitt mit 35 Punkten.

Unter den Einzelaktien sorgten vor allem die Nebenwerte für Gesprächsstoff: Der Dortmunder Baustoff-Milliardär Albrecht Knauf hat sich für mehr als 70 Millionen Euro bei Klöckner & Co (KlöCo) eingekauft. Sein Unternehmen Knauf Interfer will im Stahlhandel auf Wachstumskurs gehen. Die Aktien verteuerten sich im MDax um bis zu den 9,4 Prozent auf 10,29 Euro, den höchsten Stand seit knapp zehn Monaten. "Die Aktien sind sehr preiswert, daher kommt ein solcher Schritt nicht überraschend", sagt Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Ob dies allerdings der Auftakt zu einer Übernahme von KlöCo sei, bleibe abzuwarten.

DIVIDENDENERHÖHUNG TREIBT DÜRR

Deutlich zulegen konnten auch Dürr, die um 7,5 Prozent auf ein Rekordhoch von 85,55 Euro kletterten. Die Anleger honorierten die kräftige Erhöhung der Dividende auf 2,25 Euro von zuvor 1,20 Euro je Aktie. DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic lobte zudem das Zahlenwerk des Anlagen- und Maschinenbauers. Ein Ende der guten Nachfrage sei nicht in Sicht, urteilte er und bekräftigte seine Kaufempfehlung für die Titel.

Auf der Verliererseite standen Kabel Deutschland mit einem Abschlag von 1,7 Prozent. Den Aktien machte das drohende Aus für die Übernahme des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus zu schaffen. Kabel Deutschland ist es nicht gelungen, die wettbewerbsrechtlichen Bedenken des Bundeskartellamts auszuräumen. Eine Akquisition von Tele Columbus hätte die Wettbewerbsfähigkeit von Kabel Deutschland gestärkt und für einen zusätzlichen Wachstumsschub gesorgt, kommentierte LBBW-Analyst Stefan Borscheid. Gleichzeitig könnte das Scheitern des Deals jedoch die Spekulationen neu beflügeln, dass Vodafone tatsächlich Kabel Deutschland übernehmen könnte. Vergangenen Mittwoch war bekannt geworden, dass Vodafone mit einem Kauf des Kabelnetzbetreibers liebäugelt. Die Kabel-Deutschland-Aktien haben seitdem mehr als elf Prozent zugelegt.

GEWINNMITNAHMEN DRÜCKEN VERSORGER

Bei Dax-Einzelwerte hielten sich die Anleger bedeckt. Bei den Versorgern nahmen die Investoren ihre Gewinne vom Vortag mit - E.ON und RWE verloren 1,6 beziehungsweise 0,4 Prozent. Am Montag hatten sie 2,2 beziehungsweise 3,4 Prozent zugelegt.

Im EuroStoxx50 setzten sich Danonen nach überraschend starken Umsatzzahlen an die Spitze. Die Titel des französischen Lebensmittelkonzerns 5,3 Prozent auf 52,87 Euro zu. Der Hersteller von Actimel-Joghurt und Evian-Wasser vermeldete für 2012 eine Umsatzsteigerung von 5,4 Prozent auf rund 20,87 Milliarden Euro. Analysten hatten mit 20,75 Milliarden gerechnet. Die Anteilsscheine der Danone-Rivalen Nestle und Unilever lagen 0,4 und 0,7 Prozent im Plus.

 
Passersby walk past an electronic board showing Japan's Nikkei movements outside a brokerage in Tokyo February 18, 2013. REUTERS/Yuya Shino (JAPAN - Tags: BUSINESS)