Industrietitel an der Schweizer Börse gefragt

Mittwoch, 20. Februar 2013, 18:02 Uhr
 

Zürich (Reuters) - An der Schweizer Börse haben die Anleger am Mittwoch auf konjunktursensitive Industrietitel gesetzt. Banken und Versicherer konnten nicht mithalten und mussten sich kleinen Kursgewinnen begnügen oder verloren sogar.

Der Leitindex SMI schloss um 0,6 Prozent höher mit 7626 Punkten. Der breite SPI legte 0,5 Prozent auf 7009 Zähler zu.

Mit einem Plus von 1,3 beziehungsweise 0,7 Prozent standen ABB und Holcim weit oben auf der Gewinnerliste. Holcim segelte im Windschatten des Rivalen Lafarge. Der französische Weltmarktführer rechnet dieses Jahr mit einem Marktwachstum von ein bis vier Prozent, das nach Ansicht der Franzosen vor allem in Schwellenländer und im amerikanischen Lohnbau stattfinden sollte. Zudem will Lafarge die Kosten senken und die Verschuldung abbauen. Die Aktien der Sanitärtechnik-Firma Geberit zogen 0,8 Prozent an und die Titel der Bauchemie-Firma Sika legten 0,4 Prozent zu.

Gesucht waren aber auch die defensiven Schwergewichte. Novartis stiegen um 0,8 Prozent und Roche legten 1,4 Prozent zu. Nestle verbesserten sich um 0,5 Prozent.

Bei den Banken legten UBS nur marginal zu. Credit Suisse kamen immerhin auf ein Plus von 0,9 Prozent. Julius Bär gaben 0,5 Prozent nach. EFG International zogen nach Broker-Hochstufungen 3,5 Prozent an. Auch Valiant rückten 5,2 Prozent vor. Der europäische Bankenindex lag im Minus. Die mit der bevorstehenden Wahl in Italien verbundenen Unsicherheiten treffen am meisten die Banken.

Die grossen Versicherungen zeigten sich uneinheitlich. Zurich Insurance und Swiss Life rutschten ins Minus, Swiss Re dagegen legten am Tag vor dem Jahresabschluss 0,6 Prozent zu.

Die Aryzta-Aktien verloren 2,1 Prozent. Der Backwarenkonzern will den deutschen Konkurrenten Klemme für 280 Millionen Euro übernehmen. Strategisch gut aber teuer, so die Einschätzung von Analysten.

Gesucht waren mit einem Kursgewinn von 0,9 Prozent die Sulzer-Titel. Credit Suisse hat das Kursziel für die Aktien deutlich erhöht. Auch die Schindler-PS profitierte von Kurszielerhöhungen und legten 0,3 Prozent zu.

Anderswo im breiten Markt verloren Nobel Biocare 4,8 Prozent. Die Titel von Arbonia-Forster, wo der Präsident von Bord geht, sanken um 1,5 Prozent. Die Titel des Stahlherstellers Schmolz+Bickenbach gewannen 5,2 Prozent.

Rückschlagsrisiken seien weiterhin vorhanden, hiess es im Markt. Der Markt könnte stark überkauft sein, erklärten Analysten der ZKB. Nach Ansicht von Credit Suisse könnten anstehende Wahlen in Italien und Zypern ebenso wie die US-Haushaltsproblematik wieder mehr Unsicherheit in die Märkte bringen. Anleger würden vermutlich noch einige Wochen abwarten, bis sie wieder mehr Cash in riskantere Anlagen umschichten.