Schweizer Börse schliesst beim Tagestief

Donnerstag, 21. Februar 2013, 18:44 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die bevorstehende Parlamentswahl in Italien und Angst vor einem versiegenden Notenbank-Geldstrom in den USA haben am Donnerstag ihre Spuren an der Schweizer Börse hinterlassen.

Der Standardwerteindex SMI verlor 1,58 Prozent und schloss mit 7505,7 Zählern beim Tagestief. Am Vortag war noch ein Jahreshoch zu verzeichnen gewesen. Doch über Nacht wechselte die Stimmung. Der Volatilitätsindex des SMI, das Sorgenbarometer des Marktes, stieg um knapp zehn Prozent. Eine schwächere Eröffnung an Wall Street verdüsterte die Stimmung zum Handelsschluss noch einmal.

In den USA und anderswo befürchteten Marktteilnehmer, dass die US-Notenbank Fed ihre lockere Geldpolitik schneller beenden könnte als bisher erwartet. Aus dem am Mittwochabend veröffentlichten Protokoll der letzten Zinssitzung der Fed geht hervor, dass mehrere Notenbanker skeptisch im Hinblick auf den Erfolg des bisherigen Kurses sind. Nun könnte die Fed ihr milliardenschweres Anleiheprogramm drosseln oder sogar ganz stoppen, noch bevor es die erhoffte Wende am Arbeitsmarkt gebracht hat, spekulierten einige Analysten. Auf der Seele lag vielen Anlegern auch die Umfragen des Markit-Instituts unter Einkaufsmanagern zum Geschäftsverlauf. Da liess sich herauslesen, dass die Privatwirtschaft der Eurozone im Februar ihre Talfahrt beschleunigte. In den USA stiegen die Erstanträge auf Arbeitslosengeld.

Die Swiss Re-Aktie war der einzige Standardwert, der einen Kursgewinn verbuchen konnte. Der Rückversicherer schüttet eine Sonderdividende aus und der Konzergewinn stieg um 60 Prozent. Das verhalf dem Titel zu einem Kursgewinn von 2,5 Prozent auf 75,65 Franken. Die Aktie wirft eine Dividendenrendite von rund zehn Prozent ab. Auch die Schindler PS schafften Kursgewinne.

Die Titel der Großbanken bewegten sich im Strom des schwachen europäischen Bankensektors. Credit Suisse verloren mehr als vier Prozent und UBS sanken um gut zwei Prozent.

Etwas besser als die Banken lagen die konjunkturabhängigen Industrietitel im Markt. Die Kursgewinne vom Vortag gingen aber weitgehend verloren. ABB und Adecco verloren je gut ein Prozent. Bei Holcim und Geberit erreichten die Kursverluste fast zwei Prozent.

Auch defensive Werte wie Nestle, Novartis und Roche mussten Federn lassen. Nestle verloren 0,85 Prozent. Novartis gaben 1,5 Prozent und Roche mehr als zwei Prozent nach. Swatch verloren 1,2 Prozent und Richemont sanken 2,7 Prozent. Neue Zahlen, die wieder wachsende Uhrenexporte signalisierten, wurden wenig beachtet.

Die Titel des Zahnimplantate-Herstellers Straumann erholten sich von früheren Verlusten im Gefolge des Jahresberichtes. Nach einem Rückgang bis auf 122 Franken schloss der Titel 1,3 Prozent schwächer bei 125 Franken. Nobel Biocare gaben gut ein Prozent nach.

Fast zwölf Prozent verlor die Micronas-Aktie. Der Chiphersteller habe die Markterwartungen nicht erfüllen können, sagten Händler. Die Aktie führte die Verliererliste im breiten Markt an. Der breite SPI-Index sank 1,5 Prozent auf 6904 Zähler.