Patt nach Wahl in Italien belastet Asiens Börsen

Dienstag, 26. Februar 2013, 08:38 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Das Patt nach der Wahl in Italien hat an den asiatischen Börsen am Dienstag Ängste vor einem Wiederaufflammen der Euro-Krise geschürt und die Aktienmärkte belastet.

Bei der Parlamentswahl in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone erzielte kein Lager eine regierungsfähige Mehrheit. Zwar eroberte das Mitte-Links-Bündnis von Pier Luigi Bersani das Abgeordnetenhaus, in der zweiten Kammer kamen jedoch weder Bersani noch die Rechts-Fraktion des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi auf die nötige Mehrheit. Bersani räumte ein, die Wahl habe eine sehr schwierige Lage geschaffen. Gewinner der Wahl ist das Protestbündnis des ehemaligen Komikers Beppe Grillo. "Kurzfristig mögen Investoren und Händler die Unsicherheit nicht", sagte Ben Le Brun von OptionsXpress in Sydney.

Die Börse in Tokio gab deutlich nach. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor 2,26 Prozent auf 11.398 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,42 Prozent auf 966 Punkte nach. Der MSCI-Index für Aktienmärkte außerhalb Japans sank um 0,95 Prozent. Auch in China dominierten die Sorgen vor einem Wiederaufflammen der Euro-Krise die Stimmung, die Aktien in Hongkong verloren 0,7 Prozent, die Börse in Shanghai 0,5 Prozent.

"Im Moment gibt es eine Diskussion unter den Händlern: Ist das Wahlergebnis in Italien eine Ursache oder eine Ausrede für etwas, was der Markt ohnehin tun wollte? Schließlich waren die Kurse so stark gestiegen, dass eine Korrektur ohnehin anstand", sagte Michael McCarthy, Chefstratege bei CMC Markets.

Der Yen nahm seine Talfahrt wieder auf, die er am Montag nach der Nominierung der geldpolitischen Taube Haruhiko Kurado als Chef der Bank von Japan unterbrochen hatte. Die japanische Währung gab zum Dollar und zum Euro nach.

 
Passers-by are reflected on a stock quotation board outside a brokerage in Tokyo February 26, 2013. Japan's Nikkei average stumbled 2.3 percent on Tuesday, its biggest one-day drop in more than a month, as concerns grew that inconclusive elections in Italy could reignite the euro zone debt crisis. REUTERS/Issei Kato (JAPAN - Tags: BUSINESS) - RTR3EAPU