Schweizer Börse mit grössten Verlust seit 2011

Dienstag, 26. Februar 2013, 18:19 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Dienstag die prozentual grössten Verluste seit über einem Jahr verzeichnet.

Händler erklärten, die Angst vor einer politischen Blockade in Italien und vor einem damit verbundenem Wideraufflammen der Euro-Schuldenkrise habe die Anleger zu Verkäufen veranlasst. Da kein Lager eine regierungsfähige Mehrheit erzielt habe, drohe dem südeuropäischen Land nun ein Reformstillstand und die Unsicherheit dürfte zunehmen. "Das ist Gift für die Märkte", sagte ein Händler. Die grössten Einbussen verzeichneten Finanzwerte.

Der SMI schloss 1,9 Prozent tiefer auf 7450 Punkten. Im November 2011 hatte der SMI mit 2,4 Prozent letztmals stärker nachgegeben. Neben den politischen Fragezeichen belastete auch die Dividendenzahlung bei den schwergewichteten Aktien von Novartis den Index. Der Pharmakonzern schüttet 2,30 Franken je Aktie aus. Der Kurs fiel mit 2,70 Franken etwas stärker. Da der Leitindex SMI nicht dividendenbereinigt berechnet wird, drückt die Novartis-Dividende wegen der hohen Gewichtung der Aktie den Leitindex um 60 Punkte.

Der breite SPI verlor 1,2 Prozent auf 6895 Punkte.

Nicht alle Marktteilnehmer äusserten sich beunruhigt. "Die Korrektur lag in der Luft. Die Märkte sind seit September ja fast nur gestiegen", sagte ein Händler. Daher könnten die Italien-Wahlen manchem Anleger den Grund für Gewinnmitnahmen geliefert haben. Die Abwärtsbewegung könnte allerdings noch etwas anhalten. Die Euro-Krise sei noch nicht ausgestanden.

Die grössten Einbussen verzeichneten die Finanzwerte, die stets mit Kursausschlägen auf Veränderungen in der Wahrnehmung der Schuldenkrise reagierten. Die Titel der Grossbank Credit Suisse büssten fünf Prozent ein. Julius Bär gingen 2,9 Prozent tiefer aus dem Handel. Bei den gegen Assekuranzwerten stachen Swiss Life mit einem Minus von 2,9 Prozent heraus. Swiss Life legt am Mittwoch den Jahresbericht 2012 vor. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Gewinneinbruch auf noch 60 (Vorjahr: 605) Millionen Franken.

Besser schlugen sich die Genussscheine des als wenig krisenanfällig geltenden Pharmariesen Roche und die Aktien des Lebensmittelherstellers Nestle mit Kurseinbussen von 1,4 Prozent und 0,6 Prozent. Givaudan gewannen gar 1,1 Prozent.

Bei den Aktien zyklischer Firmen verloren ABB 1,8 Prozent. Adecco gaben um 2,6 Prozent nach. Georg Fischer verloren 1,6 Prozent, nachdem der Industriekonzern einen leichten Rückgang bei Umsatz und Gewinn im letzten Jahr gemeldet hatte. Nach Ansicht von Analysten entsprach das Jahresergebnis aber den Erwartungen. Holcim verloren am Tag vor der Ergebnisveröffentlichung 1,5 Prozent.