Bernanke sorgt an Asien-Börsen für etwas Erleichterung

Mittwoch, 27. Februar 2013, 08:19 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Nach dem Schock der Italien-Wahl hat US-Notenbankchef Ben Bernanke am Mittwoch an den Aktienmärkten in Fernost die Wogen wieder etwas geglättet.

Bernanke verteidigte vor dem Kongress in Washington die Anleihe-Käufe der Federal Reserve und besänftigte damit Sorgen, die Geldpolitiker könnten angesichts der aufgerissenen Geldschleusen doch kalte Füße bekommen. Auch unerwartet gute US-Konjunkturdaten hellten die Stimmung auf und ließen den MSCI-Index für Aktienmärkte außerhalb Japans wieder um 0,5 Prozent steigen. Die Börse in Tokio gab dagegen erneut nach.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor 1,27 Prozent auf 11.254 Punkte. Das Patt nach der Wahl in Italien hatte bereits am Vortag an den Börsen Furcht vor einem Wiederaufflammen der europäischen Schuldenkrise ausgelöst und den Nikkei-Index 2,26 Prozent nach unten rauschen lassen.

"Der japanische Markt hat seit Jahresbeginn besser abgeschnitten als andere Börsen weltweit. Auch wenn ein schwächerer Yen bei japanischen Aktien für Rückenwind gesorgt hat, wurden wir in dieser Woche daran erinnert, dass die Währung Yen immer noch als sicherer Hafen gekauft werden kann, wenn Ängste vor europäischen Schuldenproblemen auftauchen", sagte ein Stratege bei einer europäischen Vermögensverwaltungsfirma. Besonders Exportwerte mussten am Mittwoch daher Federn lassen. Die Anteilscheine von Canon büßten 2,7 Prozent ein, Toyota-Papiere verloren mehr als zwei Prozent.

Für positive Impulse sorgte indes die Aussicht auf eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik in Japan. Kreisen zufolge soll der Präsident der Asiatischen Entwicklungsbank, Haruito Kuroda, neuer Chef der japanischen Notenbank werden. Er ist ein Befürworter von Konjunkturspritzen für die schwächelnde Wirtschaft.

Die unklaren Machtverhältnisse nach der Parlamentswahl in Italien setzten auch dem Euro im fernöstlichen Handel weiter zu. Die Gemeinschaftswährung tendierte bei 1,3060 Dollar in der Nähe eines Sieben-Wochen-Tiefs bei 1,3018, das sie nach Bekanntwerden der Wahlergebnisse markiert hatte. Ein Euro kostete 120,18 Yen. Der Dollar wurde bei 91,99 Yen gehandelt.