Schweizer Börse stabilisiert sich auf tieferem Niveau

Mittwoch, 27. Februar 2013, 17:48 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Mittwoch nach einem Schlussspurt im späten Handel leicht fester geschlossen.

Der Markt habe sich nach den kräftigen Vortagesverlusten im Gefolge der Parlamentswahlen in Italien auf dem tieferen Niveau stabilisieren können, sagten Händler. Die Unsicherheit, die sich nach dem unklaren Wahlausgang in der drittgrössten Volkswirtschaft der Euro-Zone ausgebreitet hatte, halte aber an.

Der SMI, der am Vortag um 1,9 Prozent eingebrochen war, ging knapp 0,5 Prozent höher bei 7485 Zählern aus dem Markt. Der breite SPI gewann ebenfalls 0,5 Prozent auf 6930 Punkte.

Einen Lichtblick bot laut Händlerangaben die Auktion italienischer Staatsanleihen. Italien konnte wie geplant Geld am Markt aufnehmen, muss aber etwas höhere Zinsen zahlen als bei der vorangegangen Auktion. "Aber viel weniger als befürchtet", sagte ein Händler. Mit Erleichterung aufgenommen wurden auch Daten vom US-Immobilienmarkt. US-Notenbankchef Ben Bernanke verteidigte zudem vor dem Kongress die milliardenschweren Anleihenkäufe der Fed zur Stützung der Konjunktur.

Die Anteile von Swiss Life schnellten um 8,7 Prozent auf 151,90 Franken hoch. Der Lebensversicherer hat 2012 wegen des mehr als eine halbe Milliarde Franken teuren Schlussstrichs unter das Kapitel AWD einen Gewinneinbruch auf 93 (Vorjahr: 606) Millionen Franken verzeichnet. Es soll eine stabile Dividende von 4,50 Franken je Aktie ausgerichtet werden. Die Aktie sei sehr günstig und werde klar unter ihrem Buchwerte gehandelt, hiess es. "Zudem dürfte Swiss Life nun mit der Vergangenheit abgeschlossen haben", sagte ein Händler.

Die Aktien des Banken-Softwareherstellers Temenos und des Vermögensverwalters EFG International verzeichneten nach besser als erwarteten Ergebnissen kräftige Kursgewinne von rund zehn Prozent und mehr. Anschlusskäufe liessen die Aktie der Bellevue Group um weitere 15 Prozent in die Höhe schiessen. Der Assetmanager hatte am Montag ein besser als erwartetes Ergebnis vorgelegt und will erneut eine attraktive Dividende ausschütten.

Die Holcim-Aktie schloss nach frühen Verlusten drei Prozent im Plus. Der weltgrösste Zementkonzern steigerte 2012 dank einer hohen Nachfrage in Nordamerika und den Schwellenländern den Umsatz um 3,9 Prozent auf 21,5 Milliarden Franken und den Reingewinn um 127 Prozent auf 622 Millionen Franken. Holcim will die Ausschüttung an die Aktionäre auf 1,15 sfr von 1,0 sfr pro Aktie anheben. Das Ergebnis liege zwar unter den Erwartungen, aber der Ausblick stimme zuversichtlich und die Dividendenerhöhung unterstreiche die positive Einschätzung des Unternehmens, erklärte Martin Hüsler von der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Die Aktie von Novartis stabilisierte sich nach den starken Kursverlusten, die am Vortag durch die Dividendenzahlung ausgelöst worden waren. Der Genussschein von Konkurrent Roche dagegen rutschte leicht ab. Nestle wurden ebenfalls zu etwas tieferen Kursen gehandelt.

Bei den Finanzfirmen setzte sich im Spätgeschäft eine freundliche Tendenz durch. Die Aktien der Credit Suisse notierten um zwei Prozent höher und die der UBS legten ein Prozent zu. Zurich Insurance stiegen um ein Prozent.

Auch bei den Anteilen zyklischer Firmen überwogen zum Schuss höhere Kurse. ABB gewannen 1,4 Prozent und Sulzer zogen um 1,7 Prozent an. Adecco, Geberit und Clariant reihten sich ebenfalls unter die Gewinner ein. Sechs Prozent höher waren Georg Fischer, die sich damit vom Vortagesverlust erholten, die der Titel nach der Bilanzvorlage am Dienstag erlitten hatte.