Dax-Anleger folgen Vorgaben nur vorsichtig

Donnerstag, 28. Februar 2013, 11:55 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Europas Anleger haben sich am Donnerstagvormittag von guten Vorgaben aus Asien und den USA wieder an die Aktienmärkte locken lassen.

Dazu trug auch eine Fülle von Unternehmensbilanzen bei, darunter die Geschäftszahlen von Bayer, die bei den Börsianern gut angekommen waren. Der Dax notierte am späten Vormittag mit 7711 Punkten 0,5 Prozent höher, der EuroStoxx lag 0,2 Prozent im Plus. In Mailand drehten die Kurse nach einem freundlichen Auftakt ins Minus.

Angesichts der unklaren Verhältnise in Rom halten viele allerdings die Krise in der Euro-Zone noch nicht für ausgestanden. Auch am dritten Tag nach den Parlamentswahlen ist kein Bündnis für eine stabile Regierung in Sicht. Zudem drohe vom US-Haushaltsstreit neues Ungemach, hieß es am Markt. In den USA sind die politischen Lager so entzweit, dass vermutlich am Freitag milliardenschwere Ausgabenkürzungen in Kraft treten, die der weltgrößten Volkswirtschaft schaden dürften.

"Unter solchen Umständen ist es ganz schön schwierig, optimistisch zu bleiben", sagte ein Händler. Auch wenn die Kurse stiegen und in New York selbst die Aussicht auf eine unverminderte Schwemme von Zentralbankgeld die Anleger am Vortag beruhigt habe. Fed-Chef Ben Bernanke hatte bei seinen Anhörungen im Kongress die ultralockere Geldpolitik der Notenbank verteidigt. Dies stützte auch in Asien die Aktienkurse, so dass die Leitindizes in Tokio und Shanghai um je mehr als zwei Prozent zulegten.

Das Eingeständnis der Niederlande, 2013 das EU-Defizit-Ziel vermutlich zu verfehlen, verstimmte vor allem die Anleger am Devisenmarkt. Der Euro gab zum Vortag etwa einen viertel US-Cent auf 1,3120 Dollar nach.

BAYER KOMMT MIT GESCHÄFTSZAHLEN BEI ANLEGERN GUT AN

Unterstützung bekam der Gesamtmarkt vom Kursplus der Bayer-Aktien, nachdem die Geschäftszahlen des Konzerns gut aufgenommen worden waren. Die Papiere stiegen um 2,3 Prozent auf 75,50 Euro. Zudem kamen die zuversichtlichen Aussagen von Konzernchef Marijn Dekkers über die Aussichten für das laufende Jahr bei den Anlegern gut an.

Wenig erfreut waren die Börsianer dagegen über den milliardenschweren Verlust der Deutschen Telekom im abgelaufenen Geschäftsjahr. Der war zwar von den Investoren erwartet worden. Doch hätten einige sich wohl etwas positivere Aussagen für die Zukunft gewünscht, sagte ein Händler. Die T-Aktien fielen um fast ein Prozent auf 8,15 Euro. Zu den Dax-Spitzenreitern zählten zudem nach einer Analystenempfehlung die Aktien von RWE mit plus 1,7 Prozent.

Im TecDax machte ein Gewinneinbruch den Aktien des Netzwerkausrüsters Adva Optical schwer zu schaffen: Die Titel stürzten um bis zu 14,5 Prozent auf 3,83 Euro ab. Größter Gewinner unter den Technologiewerten waren die Aktien von Aixtron mit einem Plus von 7,8 Prozent. Die kurzfristigen Aussichten für Aixtron blieben zwar düster, schrieb LBBW-Analyst Walter Schneider. Mittelfristig dürfte der Spezialmaschinenbauer aber vom Wachstum des LED-Beleuchtungsmarkts profitieren.

Enttäuscht reagierten die Anleger dagegen auf die Bilanz von Hochtief. Neben den Gesamtjahreszahlen sei auch der Ausblick für 2013 hinter den Erwartungen zurückgeblieben, schrieb DZ-Bank-Analyst Marc Nettelbeck in einem Kommentar. Die Aktien rutschten mit einem Abschlag von bis zu acht Prozent auf 51,12 Euro ans MDax-Ende.