Schweizer Börse steckt Italien-Schock weg

Donnerstag, 28. Februar 2013, 17:05 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Donnerstag kräftig zugelegt. Der Markt habe den Schock über unklaren Wahlausgang in Italien weggesteckt und die Verluste weitgehend wettgemacht, sagten Händler.

Die Entwicklung in Italien dürfte von den Marktteilnehmern noch einige Zeit aufmerksam verfolgt werden. Aber fürs erste sei die Angst vor einem Wiederaufflammen der Schuldenkrise eingepreist, hiess es. Für gute Stimmung sorgten auch besser als erwartete Konjunkturdaten.

Abgesehen von den Aktien der Credit Suisse tendierten die Standardwerte fester. Der SMI notierte kurz vor Schluss um 1,1 Prozent höher bei 7566 Punkten. Der breite SPI stieg um ein Prozent auf 7003 Zähler.

Den stärksten Einfluss auf den SMI hatten einmal mehr die schwergewichteten Titel der als krisenresistent geltenden Pharmakonzerne Novartis und Roche sowie des Lebensmittelkonzerns Nestle. Sie gewannen jeweils mehr als ein Prozent.

An der Spitze der Bluechips standen zyklische Werte wie die Aktien der beiden Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont, des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Zementriesen Holcim, die gegen zwei Prozent stiegen.

Die Versicherungsaktien wurden mehrheitlich um bis zu ein Prozent höher bewertet. Swiss Re kletterten zwei Prozent, was Händler unter anderem mit der Dividendenerhöhung erklärten.

Gewinnmitnahmen drückten die Kudelski-Aktien 2,3 Prozent ins Minus. Die im Bereich Digital-TV-Verschlüsselung tätige Firma kehrte 2012 in die Gewinnzone zurück und will die Dividende stärker als erwartet erhöhen. "Das Ergebnis ist besser als erwartet. Aber der Titel ist auch gut gelaufen", sagte ein Händler.

Weiterhin starker Nachfrage erfreuten sich die Aktien der Bellevue Group mit einem Plus von acht Prozent. Der Vermögensverwalter will zwei Franken je Aktie ausschütten.

Das Scheitern des letzten Hoffnungsträgers liess die Santhera-Aktien acht Prozent einbrechen. Die Firma nimmt das Medikament Catena in Kanada vom Markt, dem einzigen Land in dem das Mittel eine provisorische Zulassung zur Behandlung der seltenen neuromuskulären Erbkrankheit Friedreich-Ataxie hatte. Der endgültige Wirkungsnachweis konnte nicht erbracht werden.