US-Börsen schließen uneinheitlich

Mittwoch, 14. Mai 2008, 06:24 Uhr
 

New York (Reuters) - Die US-Börsen haben am Dienstag uneinheitlich geschlossen.

Belastet wurden die Märkte unter anderem durch ein Rekordhoch beim Ölpreis, das wieder Inflationsängste schürte. Die Verluste hielten sich allerdings nach Äußerungen von US-Notenbankern zum Preisanstieg in Grenzen. Anleger interpretierten die Bemerkungen als Zeichen, dass die Wirtschaft doch stärker als zuletzt erwartet aufgestellt sein könnte. Der Preis für US-Leichtöl stieg zwischenzeitlich auf fast 127 Dollar je Fass, sank später jedoch wieder unter 126 Dollar.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,34 Prozent tiefer bei 12.832 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12.780 und 12.891 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index notierte unverändert bei 1403 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte dagegen 0,27 Prozent auf 2495 Zähler zu. In Deutschland ging der Dax 0,3 Prozent höher mit 7060 Punkten aus dem Handel.

Die US-Notenbank Federal Reserve muss sich nach Ansicht ihres Mitglieds Thomas Hoenig zunehmend auf die Kontrolle der Inflation konzentrieren. Die Fed habe den Märkten Liquidität zur Verfügung gestellt und die Dinge damit stabilisiert, sagte der Chef der Notenbank von Kansas. Die Herausforderung sei nun, die Inflation im Zaum zu halten. Auch US-Notenbank-Chef Ben Bernanke erklärte, die Liquiditätshilfen der Fed hätten den Finanzmärkten geholfen. Die Märkte seien aber nach wie vor noch weit von der Normalität entfernt, betonte er.

Finanzwerte führten die Liste der Verlierer an. Sie wurden zusätzlich dadurch belastet, dass Oppenheimer-Analystin Meredith Whitney die Papiere von Goldman Sachs, Lehman Brothers, Merrill Lynch und Morgan Stanley herabgestuft hatte. Whitney zufolge sind die Aussichten für die Investmentbanken düsterer als derzeit vom Markt bewertet.

Auch die Papiere des weltgrößten Computer-Hersteller HP verbuchten deutliche Verluste. Der Konzern will mit dem Kauf des Internet-Dienstleisters EDS IBM als Branchenprimus näher rücken. Anleger reagierten angesichts des hohen Kaufpreises aber skeptisch, die HP-Aktie verlor 5,3 Prozent.

Die Anteilsscheine von Wal-Mart verbilligten sich ebenfalls. Während der weltgrößte Einzelhändler im ersten Quartal dank Preissenkungen noch einen Gewinnanstieg verbuchte, enttäuschte der Konzern die Analysten mit einem verhaltenen Ausblick für das laufende Vierteljahr. Die Aktie verlor 2,4 Prozent.

Der Nasdaq-Index profitierte unter anderem von einem kräftigen Anstieg der Yahoo-Anteilsscheine. Nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen erwägt der Investor Carl Icahn eine Kampagne gegen die Yahoo-Spitze, nachdem die Gespräche mit Microsoft gescheitert sind. Yahoo-Papiere verteuerten sich um 5,2 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,21 Milliarden Aktien den Besitzer. 1657 Werte legten zu, 1438 gaben nach und 114 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,89 Milliarden Aktien 1461 im Plus, 1359 im Minus und 162 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 29/32 auf 99-23/32. Sie rentierten mit 3,909 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 43/32 auf 96-0/32 und hatten eine Rendite von 4,623 Prozent.