Dax ohne Schwung - Impulse nur aus zweiter Reihe
Frankfurt (Reuters) - Mit einer Reihe solider Quartalsberichte haben am Mittwoch Unternehmen aus der zweiten Reihe wenigstens für etwas Bewegung am deutschen Aktienmarkt gesorgt.
Hingegen konnten die Zahlen von Großkonzernen wie der Post und ThyssenKrupp viele Anleger nicht aus der Reserve locken. Der Dax pendelte gegen Mittag um seinen Vortagesschluss von 7060 Punkten. Der ohnehin bereits gedrückten Stimmung versetzte der Inflationsbericht der Bank of England einen zusätzlichen Dämpfer. Die britische Notenbank betonte die Teuerungsgefahren und konstatierte eine deutliche Wachstumsabschwächung im Königreich.
"Seit inzwischen 14 Tagen bewegen wir uns beim Dax in einer äußerst engen Spanne und warten auf neue Impulse", sagte ein Händler. "Wir haben eine Schaukel-Börse, und letzten Endes kann man eine Münze werfen, in welche Richtung es weitergeht", sagte ein Händler. Mehr Schwung gab es im MDax, der um 1,5 Prozent zulegte. K+S, Lanxess und EADS überzeugten die Anleger mit ihren Zahlen.
THYSSENKRUPP- UND POST-ZAHLEN OHNE ÜBERRASCHUNG
Thema am Markt waren die Geschäftszahlen von ThyssenKrupp. Der Stahlkonzern hatte die Erwartungen von Analysten in etwa erfüllt, berichtete aber von Belastungen durch hohe Rohstoffpreise und Verzögerungen bei einem neuen Werk in Brasilien. Der Aktienkurs schwankte zwischen einem Minus von 4,2 und einem Plus von 1,1 Prozent. "Die Zahlen waren letzten Endes langweilig", stellte ein Händler fest. "Ein Wermutstropfen sind die Aussagen zu Brasilien."
Als wenig überzeugend wurden die Zahlen der Deutschen Post gewertet. Belastet von Sonderaufwendungen für die Tochter Postbank sank der operative Gewinn im ersten Quartal um 15 Prozent. Analysten bemängelten zudem, dass der Konzern das US-Geschäft nach wie vor nicht in den Griff bekomme. Die Aktien gaben 0,5 Prozent auf 20,25 Euro nach.
Zu den größten Dax-Gewinnern zählten Infineon-Aktien, die ihren seit Tagen von Übernahmefantasie getriebenen Erholungskurs fortsetzten und in der Spitze um 2,8 Prozent auf 6,95 Euro stiegen.
HÖHENFLUG DER K+S-AKTIE
Bei den Nebenwerten legten K+S-Aktien um 8,7 Prozent zu. Der Konzern hatte einen unerwartet starken Gewinnanstieg mitgeteilt und peilt für das laufende Jahre eine Verdreifachung des operativen Gewinns an. "Die Zahlen waren einfach extrem gut", kommentierte ein Händler. Die Aktie hat seit Jahresbeginn mehr als 80 Prozent gewonnen und ist damit im MDax mit großem Abstand der größte Gewinner. Fortsetzung...


