Konflikt mit Iran und Tropensturm halten Ölpreis hoch
Frankfurt (Reuters) - Der Ölpreis hat sich am Montag auf dem Niveau vom Wochenschluss gehalten.
Die US-Ölsorte WTI wurde zu rund 125 Dollar je Fass gehandelt. Die Nordseesorte Brent kostete 124,40 Dollar und damit 22 Cent mehr als im späten Freitagsgeschäft.
Analysten zufolge rückten zunehmend wieder die Spannungen um den Atomstreit des Westens mit dem Iran in den Fokus der Investoren. Die islamische Republik hatte am Samstag eine informelle Frist auslaufen lassen, innerhalb der eine Antwort auf ein Anreizpaket des Westens erwartet worden war. Grundlage für die angebotenen wirtschaftlichen Vorteile war die Forderung, dass der Iran sein Atomprogramm auf Eis lege. Präsident Mahmud Ahmadinedschad wiederholte dagegen am Wochenende, sein Land werde keinesfalls auf das Recht auf ein eigenes Atomprogramm verzichten. Zudem wurden am Montag Drohungen verbreitet, dass die für Öltransporte so wichtige Straße von Hormus blockiert werden könnte. Der Chef der iranischen Revolutionsgarden, Mohammad Ali Jafari, wurde in einem staatlichen Radio-Sender mit der Aussage zitiert, sollte der Iran wegen des Atomprogramms angegriffen werden, sei es einfach, die Straße von Hormus auf unbefristete Zeit zu schließen. Die USA haben inzwischen eine Verschärfung der UN-Sanktionen gefordert.
Weiterer Belastungsfaktor für den Ölpreis war Händlern zufolge der tropische Sturm "Edouard", der sich in der Nähe einer wichtigen Öl-Anlage im Golf von Mexiko zusammengebraut hat. Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg verwies zudem in einem Marktkommentar darauf, dass es in den kommenden Wochen zu einem Rückgang der russischen Ölexporte kommen könnte. Seit dem 1. August müssten darauf 25 Prozent mehr an Zoll gezahlt werden. "Damit beläuft sich der Exportzoll momentan auf knapp 70 Dollar pro Barrel, was bei weiter sinkenden Ölpreisen die Exporte zunehmend unattraktiv macht", schrieb Weinberg.
Für Gold zahlten Händler wie schon Ende vergangener Woche knapp unter 910 Dollar je Feinunze. Sollten schlechte Nachrichten aus den USA ausbleiben und der Dollar sich weiter stabilisieren, könnte Analysten zufolge der Preis wieder sinken. Schwache Absatzzahlen aus dem US-Autosektor sorgten für einen klaren Preisrückgang bei Platin. Das vor allem von der Autoindustrie für Katalysatoren verwandte Edelmetall wurde zeitweise zu 1612,50 Dollar je Feinunze gehandelt und war damit so günstig wie seit einem halben Jahr nicht mehr.
Kupfer kostete zuletzt 7770 Dollar je Tonne und damit 150 Dollar weniger als zum Wochenschluss.
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