Schlechte Arbeitsmarktzahlen belasten US-Börsen
New York (Reuters) - Schlechte Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben zum Wochenausklang die Börsen in New York belastet.
Ein überraschend deutlicher Anstieg der Arbeitslosenquote verstärkte unter Händlern die Befürchtung, dass die Flaute der US-Wirtschaft in Folge der Immobilienkrise noch länger andauern könnte. Daraufhin gaben Unternehmens-Aktien aus nahezu allen Branchen nach. Besonders unter Druck standen nach schlechten Nachrichten vom finnischen Handyhersteller Nokia Titel aus dem Telekommunikationssektor.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte am frühen Nachmittag 0,3 Prozent leichter bei 11.160 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,5 Prozent auf 1230 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq tendierte 0,8 Prozent im Minus bei 2240 Stellen. In Frankfurt hatte der Dax am Freitag 2,4 tiefer bei 6127 Punkten geschlossen.
Die Arbeitslosenquote in den USA stieg im August um 0,4 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent, den höchsten Stand seit fast fünf Jahren. Das entsprach einem Wegfall von 84.000 Stellen. Analysten waren von einem geringeren Beschäftigungsrückgang ausgegangen. "Diese Abkühlung oder Rezession ist vor allem auf die Turbulenzen im Finanzsektor sowie den Anstieg der Rohstoffpreise infolge der hohen weltweiten Nachfrage zurückzuführen", sagte Händler Owen Fitzpatrick von der Deutschen Bank.
Qualcomm und Texas Instruments litten zudem unter den düsteren Aussichten von Nokia. Der finnische Handyhersteller warnte davor, dass die Sparsamkeit von Verbrauchern den Mobilfunkmarkt noch das gesamte Jahr 2008 beeinträchtigen könnte. Nokia geht davon aus, dass der eigene Marktanteil im dritten Quartal sinken wird. Qualcomm verloren 2,2 Prozent, Texas Instruments 0,2 Prozent. Der Blackberry-Hersteller InMotion gab drei Prozent nach.
Schwächer notierten auch die Anteile von Merrill Lynch, nachdem Goldman Sachs der Investmentbank einen noch höheren Verlust vorhersagten als bisher angenommen. Merrill-Lynch-Papiere verbilligten sich um 1,5 Prozent. Aus Sorgen um eine sich abkühlenden Weltwirtschaft und weiter fallende Ölpreise gaben auch die Aktien von Exxon nach. Die Papiere des Energiegiganten verloren 1,2 Prozent.
Ein Lichtblick war dagegen der Tabakhersteller UST, dessen Papiere satte 24 Prozent in die Höhe schossen. Zuvor war aus Kreisen verlautet, der Marlboro-Hersteller Altria führe Übernahmegespräche mit UTS. Laut "New York Times" soll der Deal ein Volumen von zehn Milliarden Dollar haben und könnte schon Montag abgeschlossen werden. Altria-Titel lagen 1,5 Prozent im Plus. Dell-Papiere profitierten von der Nachricht, dass der weltweit zweitgrößte Computerhersteller auf seinem Sparkurs wohl Fabriken verkaufen will. Das "Wall Street Journal" berichtete, der Konzern werde in den nächsten 18 Monaten möglicherweise alle seine Fabriken veräußern. Dell-Papiere legen 0,6 Prozent zu.
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