US-Börsen nach Arbeitsmarktzahlen im Minus
New York (Reuters) - Schlechte Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben zum Wochenausklang für leichte Verluste an den Börsen in New York gesorgt.
Ein überraschend deutlicher Anstieg der Arbeitslosenquote verstärkte unter Händlern die Befürchtung, dass die Flaute der US-Wirtschaft noch länger andauern könnte. Unter Druck standen nach schlechten Nachrichten vom finnischen Handyhersteller Nokia Titel aus dem Telekommunikationssektor. Zulegen konnten dagegen Finanzwerte, wodurch die Verluste insgesamt moderat blieben.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte 0,22 Prozent leichter bei 11.163 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,4 Prozent auf 1231 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq tendierte 0,6 Prozent im Minus bei 2244 Stellen. In Frankfurt hatte der Dax am Freitag 2,4 Prozent tiefer bei 6127 Punkten geschlossen.
Die Arbeitslosenquote in den USA stieg im August um 0,4 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent, den höchsten Stand seit fast fünf Jahren. Analysten waren von einem geringeren Beschäftigungsrückgang ausgegangen. "Diese Abkühlung oder Rezession ist vor allem auf die Turbulenzen im Finanzsektor sowie den Anstieg der Rohstoffpreise infolge der hohen weltweiten Nachfrage zurückzuführen", sagte Händler Owen Fitzpatrick von der Deutschen Bank.
Qualcomm und der Blackberry-Hersteller InMotion litten zudem unter den düsteren Aussichten von Nokia. Der finnische Handyhersteller warnte davor, dass die Sparsamkeit von Verbrauchern den Mobilfunkmarkt noch das gesamte Jahr 2008 beeinträchtigen könnte. Nokia geht davon aus, dass der eigene Marktanteil im dritten Quartal sinken wird. Qualcomm verloren 1,6 Prozent, InMotion 1,2 Prozent.
Schwächer notierten auch die Anteile von Merrill Lynch, nachdem Goldman Sachs der Investmentbank einen noch höheren Verlust vorhersagten als bisher angenommen. Merrill-Lynch-Papiere verbilligten sich um 0,2 Prozent. Aus Sorgen um eine weitere Abkühlung der Weltwirtschaft und fallende Ölpreise gaben die Aktien von Exxon ein Prozent nach.
Für gute Stimmung sorgten dagegen Finanztitel. KKR und Blackstone haben einem Bericht zufolge Interesse am Kauf von Teilen des Immobiliengeschäfts sowie der Vermögensverwaltung von Lehman Brothers. Die Aktien des angeschlagenen Instituts schossen daraufhin über fünf Prozent nach oben. Weil Investoren ihr Geld aus dem Energie-, Rohstoff- und Technologiesektor abzogen, legten auch die Papiere anderer Banken zu. Bank of America gewann 3,1 Prozent, JP Morgan 3,2 Prozent und Morgan Stanley 2,2 Prozent.
Zu den Gewinnern zählte auch der Tabakhersteller UST, dessen Papiere rund 20 Prozent in die Höhe schossen. Zuvor war aus Kreisen verlautet, der Marlboro-Hersteller Altria führe Übernahmegespräche mit UTS. Laut "New York Times" könnte bereits am Montag ein zehn Milliarden Dollar teurer Deal unter Dach und Fach gebracht werden. Altria-Titel lagen 0,6 Prozent im Plus. Dell-Papiere profitierten von der Nachricht, dass der weltweit zweitgrößte Computerhersteller auf seinem Sparkurs wohl Fabriken verkaufen will. Dell-Papiere legen 0,6 Prozent zu.
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