US-Daten bremsen Erholung der Renten - Euro richtungslos
Frankfurt (Reuters) - Der europäischen Rentenmarkt hat am Freitag angesichts der Aussicht auf konstante Zinsen in der Euro-Zone seine Erholung fortgesetzt.
"Wir sehen derzeit keine Chancen auf Zinssenkungen", sagte Rainer van der Meierschen, Leiter des Rentenhandels bei MM Warburg, unter Hinweis auf die jüngsten Aussagen europäischer Zentralbanker. Der Bund-Future legte zwölf Ticks auf 113,30 Zähler zu. Am Vortag war er auf ein Jahrestief von 112,81 Punkten abgerutscht.
Gebremst wurden die Rentenmärkte am Nachmittag allerdings von Daten vom US-Immobilienmarkt. Im April wurden in den USA 1,032 Millionen Wohnbaubeginne registriert, Analysten hatten nur mit 940.000 gerechnet. Nach Einschätzung von Helaba-Analyst Ralf Umlauf unterstützen die Zahlen die in den vergangenen Tagen aufgekommenen Spekulationen auf Zinserhöhungen der US-Notenbank.
Händlern zufolge wurden vor allem Anleihen mit langer Laufzeit technisch gestützt. "Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen lief an 4,20 Prozent heran, das ist eine gute Unterstützung", sagte ein Marktteilnehmer.
Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 4,214 Prozent. Der Rex-Rentenindex stieg um 0,23 Prozent auf 116,9289 Zähler. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen lag bei 4,29 (4,32) Prozent.
DOLLAR GEGENÜBER YEN UNTER DRUCK
Dagegen gab es zum Wochenschluss bei geringen Umsätzen wenig Bewegung an den Devisenmärkten. "Wir handeln den Euro in der Spanne von 1,5450 bis 1,5525 Dollar. Alle haben sich in diesem Bereich abgesichert und warten nun ab", sagte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Um die Erwartungen einer Zinspause durch die US-Notenbank Fed zu brechen, müssten Konjunkturdaten deutlich neben den Erwartungen von Experten liegen. Zuletzt kostete ein Euro 1,5470 Dollar nach 1,5435 Dollar im späten US-Vortagesgeschäft. Im Handelsverlauf war die Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,5522 Dollar geklettert. Die EZB legte den Referenzkurs mit 1,5474 Dollar fest.
Nach der Veröffentlichung guter japanischer Konjunkturdaten legte der Yen gegenüber dem Dollar auf bis zu knapp über 105 Yen zu. Das Wachstum in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft betrug im ersten Quartal 0,8 Prozent, Experten hatten nur mit 0,6 Prozent gerechnet. "Der Yen dürfte in den kommenden Monaten gegenüber dem Dollar stärker werden. Wir werden schlechte US-Geschäftsindikatoren sehen und die japanische Wirtschaft steht nicht so schlecht da wie von manchen Marktteilnehmern befürchtet", sagte Währungsstratege John Hydeskov von Danske Markets.
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