Steigende Rohstoffpreise nach Erdbeben - Rekord bei Öl
Frankfurt (Reuters) - Das schwere Erdbeben in der südchinesischen Provinz Sichuan hat zu Preissteigerungen an den Rohstoffmärkten geführt.
In die Höhe getrieben wurde insbesondere der Ölpreis, der erstmals über die Marke von 127 Dollar pro Fass sprang. Auch bei Industriemetallen zogen die Preise an.
Als Folge der steigenden Nachfrage aus China sowie einer Serie von Raffinerie-Stillständen in Europa nahm der Ölpreis am Freitag seine Rekordjagd wieder auf. Das Fass US-Leichtöl der Sorte WTI erreichte ein Allzeithoch bei 127,82 Dollar. Am Vortag war die Notierung kurzzeitig unter die Marke von 121 Dollar gerutscht. Nordseeöl der Sorte Brent war mit 126,63 Dollar pro Fass so teuer wie noch niemals zuvor.
Händlern zufolge musste China die Erdgasförderung in Sichuan drosseln und kauft deshalb verstärkt Heizöl als Ersatz auf dem Weltmarkt ein. "Das weltweite Angebot an Destillaten ist sehr knapp", sagte Fondsmanager Tetsu Emori von Astmax in Tokio. Zu den Destillaten zählt neben Heizöl vor allem Diesel.
Nachdem zahlreiche Analysten an den Vortagen ihre Prognosen für den Ölpreis deutlich nach oben gesetzt hatten, zeigten sich die Experten der LBBW allerdings skeptisch. "Fundamentale Argumente für die steile Aufwärtsbewegung der letzten zwei Wochen erscheinen aktuell jedenfalls knapper als der Rohstoff selbst", urteilte Analyst Sven Streitmayer.
ALUMINIUM UND ZINK TEURER, KUPFER BILLIGER
Bei den Industriemetallen stiegen insbesondere die Preise für Aluminium und Zink an. "Es besteht die Gefahr, dass die chinesische Aluminiumproduktion in diesem Jahr hinter den Erwartungen zurückbleibt", heißt es in einem Kommentar von Barclays Capital unter Hinweis auf das Erdbeben. Die Tonne Aluminium verteuerte sich um 1,8 Prozent auf 3050 Dollar. Der Zinkpreis stieg um 3,5 Prozent auf 2355 Dollar pro Tonne. Händlern zufolge befindet sich eine wichtige Zinkmine in der Nähe des Epizentrums des Erdbebens. Kupfer war zwei Prozent teurer und kostete 8432 Dollar pro Tonne.
Der Goldpreis legte zum Wochenschluss leicht zu. Die Feinunze kostete am Mittag 896 Dollar nach 881 Dollar im späten US-Geschäft.
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