Steuerskandal lässt Aktien der Liechtensteiner Banken abstürzen
Zürich (Reuters) - Die Aktien der Liechtensteinischen Landesbank und der VP Bank sind am Montag an der Schweizer Börse eingebrochen.
Die Titel wurden nach Angaben von Händlern im Rahmen des in Deutschland aufgedeckten Steuerskandals in Sippenhaftung genommen. "Die Leute differenzieren in einem solchen Fall nicht mehr", sagte ein Börsianer.
Die LLB-Aktien sackten am Vormittag um 10,3 Prozent auf 87 sfr ab und die Titel der VP Bank rutschen 9,4 Prozent ins Minus auf 245 sfr.
"Die deutsch-liechtensteinische Steueraffäre zieht immer weitere Kreise und das belastet die Liechtensteiner Banken", sagte ein anderer Händler
Am vergangenen Freitag war der unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung stehende Chef der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, zurückgetreten. Der deutsche Staat rechnet durch die Aufdeckung des Steuerskandals mit zusätzlichen Einnahmen von mehreren hundert Million Euro. Für eine CD mit den Bankdaten aus Liechtenstein zahlte der Bund nach Reuters-Informationen 4,2 Millionen Euro an einen Informanten des Bundesnachrichtendienstes (BND).
Betroffen ist in erster Linie die nicht börsennotierte LGT Group, die sich im Besitz des Fürsten von und zu Liechtenstein befindet. Diese räumte am Freitag ein, dass vor rund sechs Jahren gestohlene Kundendaten der Tochterfirma LGT Treuhand AG entgegen dem bisherigen Wissensstand immer noch im Umlauf sind. Die LGT Treuhand ist unter anderem für die Errichtung von Stiftungen zuständig.
Vor einer Woche hatte die LLB berichtet, sie sei von einem ehemaligen Mitarbeiter mit gestohlenen Unterlagen über deutsche Kunden erpresst worden. Laut einem Bericht des "Spiegel" seien diese Daten wohl ebenfalls noch in Umlauf.
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