Dollar profitiert von sinkendem Ölpreis und Bernanke
Frankfurt (Reuters) - Ein Rückgang des Ölpreises hat dem Dollar am Dienstag etwas Rückenwind gegeben.
Zusätzlich stützte Händlern zufolge die Aussicht auf eine nachhaltige Liquiditätssicherung für US-Banken durch die US-Notenbank (Fed). Der Euro fiel bis auf 1,5663 Dollar von 1,5739 Dollar im frühen asiatischen Geschäft.
Der Ölpreis gab den zweiten Tag in Folge deutlich nach. In der Spitze verbilligte sich leichtes US-Rohöl der Sorte WTI um fast drei auf 138,42 Dollar je Fass. Am Donnerstag war noch der Rekordpreis von 145,85 Dollar gezahlt worden. Händlern zufolge machen sich am Markt Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Irankonflikt breit sowie Erleichterung darüber, dass Hurrikan "Bertha" die Ölanlagen im Golf von Mexiko wohl verschonen wird.
US-Notenbank-Chef Ben Bernanke signalisierte unterdessen, den größten Wall-Street-Banken womöglich länger als bislang geplant zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Fed hatte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise zusätzliche Fazilitäten geschaffen, um den am Geldmarkt teilnehmenden großen Banken im Falle eines Austrocknens dieses Marktes eine leichtere Refinanzierung bei der Notenbank zu ermöglichen.
Zum Wochenauftakt hatte eine Studie der Investmentbank Lehman Brothers neue Unsicherheiten am Finanzmarkt ausgelöst. Die Lehman-Analysten hatten ausgerechnet, dass die beiden größten US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae wegen einer anstehenden Änderung in der Rechnungslegung zusammen weitere 75 Milliarden Dollar an frischem Kapital benötigen. "So etwas zeigt ja, dass überall noch Risiken im Finanzsystem schlummern. Und da bringt so eine Ankündigung der Fed durchaus Entspannung", sagte ein Analyst.
Die Europäische Zentralbank (EZB) legte am Mittag den Referenzwert des Euro mit 1,5687 (Montag: 1,5651) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Wert mit 1,5691 (1,5663) Dollar ermittelt.
Am Rentenmarkt begannen Investoren ihre jüngsten Gewinne mitzunehmen. Während der richtungsweisende Bund-Future am Morgen noch 41 Ticks zugelegt hatte, drehte der Kontrakt bis zum Nachmittag ins Minus. Zuletzt lag er 18 Ticks niedriger bei 111,85 Zählern. Die zehnjährige Bundesanleihe büßte 25 Ticks ein auf 98,31 Punkte und rentierte mit 4,453 Prozent.
Seit den Tiefständen der vergangenen Woche hat der Bund-Future mehr als zweieinhalb Punkte gutgemacht. "Da werden die ersten Kasse machen", sagte ein Händler. Generell bleibe das Geschäft technisch getrieben.
Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen sank auf 4,50 (4,56) Prozent. Der Rex-Rentenindex lag 0,26 Prozent höher bei 114,4100 Punkten.
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