Bernanke-Äußerungen ziehen US-Aktienmärkte ins Plus
New York (Reuters) - Unterstützt von Äußerungen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke haben sich die US-Börsen am Dienstag freundlich präsentiert.
Auch ein Rückgang des Ölpreises sorgte für Zuversicht bei den Aktienhändlern. Bernanke hob die Stimmung auf dem Parkett, indem er weitere Notenbankgelder zur Überwindung der Kreditkrise in Aussicht stellte. Viele Anleger machten sich jedoch weiterhin große Sorgen über die Folgen der Immobilienkrise für die Finanzwirtschaft.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte am frühen Nachmittag in New York 0,2 Prozent höher bei 11.250 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,1 Prozent auf 1253 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbuchte ein Plus von 0,3 Prozent auf 2250 Punkten. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss dagegen wegen Ängsten vor einer Ausweitung der Finanzkrise 1,4 Prozent tiefer auf 6304 Punkten.
Kurzzeitig belastend auf das US-Marktgeschehen wirkten sich die Zahlen zu den Verkäufen bestehender Eigenheime aus, die im Mai überraschend stark gefallen waren. Der entsprechende Index der US-Immobilienmaklervereinigung NAR ging um 4,7 Prozent auf 84,7 Punkte von nach oben revidierten 88,9 Punkten im April zurück. Experten hatten für Mai nur mit einem Minus von 2,8 Prozent gerechnet.
Bernanke sagte vor Börseneröffnung, die US-Notenbank könne den größten Wall-Street-Banken länger als bislang geplant zusätzliche Liquidität zur Verfügung stellen. Die Fed prüfe derzeit mehrere Möglichkeiten, darunter auch eine Verlängerung ihrer Notfall-Versorgung mit frischem Zentralbankgeld über den Jahreswechsel hinaus.
Öl verbilligte sich um über fünf Dollar auf rund 136 Dollar pro Barrel - dies half vor allen den gebeutelten Titeln der Luftfahrtbranche. Deshalb lagen die Aktien von US Airways, Northwest, Delta und Continental jeweils über neun Prozent im Plus. Auch die Aktien des Autoherstellers Ford legten um mehr als sieben Prozent zu. Federn lassen mussten im Zuge des fallenden Ölpreises indes die Anteilsscheine von Energiekonzernen. So verbilligten sich Schlumberger um mehr als vier Prozent.
Zu den größten Verlierern gehörten mit einem Minus von 34 Prozent die Titel des Büroartikel-Herstellers Office Depot. Der Konzern verbuchte angesichts der US-Wirtschaftsflaute einen kräftigen Umsatzrückgang.
Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen zudem die Aktien des Aluminiumproduzenten Alcoa mit einem Kursabschlag von über vier Prozent. Der Konzern wird nach Börsenschluss am Dienstag seine Quartalszahlen vorlegen. Analysten rechnen damit, dass höhere Kosten die Gewinnmargen des Konzerns belasten könnten, der traditionell die US-Berichtssaison eröffnet.
Die Aktien der von der Kreditkrise gebeutelten größten US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac erholten sich mit einem Plus von jeweils über zwei Prozent etwas von ihren Vortagesverlusten. Für Zuversicht sorgte hier die Äußerung der Aufsichtsbehörden, neue Auflagen zur Rechnungslegung sollten die Firmen nicht zu Kapitalerhöhungen zwingen. Am Montag waren die Titel abgestürzt, nachdem die Investmentbank Lehman Brothers wegen der anstehenden Änderung riesige Verluste und einen gigantischen Kapitalbedarf prognostiziert hatte.
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