Schweizer Börse - UBS kann Kursgewinne nicht bis Schluss retten
Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Freitag zum Schluss zunehmend an Boden verloren.
Auf dem Markt lasteten vor allem die Einbussen der Schwergewichte Nestle, Novartis und Roche, bei denen es nach Händlerangaben zu Gewinnmitnahmen kam. Auch die mit einem Kursfeuerwerk gestartete Aktie der Grossbank UBS konnte ihre Gewinne nichts in Trockene bringen.
Der SMI der Standardwerte, der vor einer Woche bei 6881,5 Punkten stand, schloss 1,04 Prozent tiefer bei 6772,74 Punkten. Der breite SPI verlor 0,89 Prozent auf 5687,77 Punkte.
Mit Ausnahme des überraschenden ersten Vorberichts der UBS zum Abschluss des zweiten Quartales fehlten dem Markt Impulse. Wegen des Unabhängigkeits-Feiertages blieben die US-Börsen geschlossen. Und vor dem Wochenende schritten Marktteilnehmer vermehrt zu Gewinnmitnahmen.
Die UBS-Aktien reagierten anfangs mit einem Kurssprung auf die Nachricht, dass im zweiten Quartal dank einer Steuergutschrift höchstens mit einem leicht negativen Ergebnis gerechnet werde und keine Notwendigkeit für eine neue Kapitalerhöhung bestehe. Doch die Freude währte nur kurz. Nach einem Anstieg von acht Prozent schlossen die Titel 2,6 Prozent tiefer auf 20,48 Franken. Den Deckungskäufen der Anleger, die auf einen weiteren Kursrückgang der UBS-Aktie gesetzt hatten, folgten keine Anschlussorders.
Auch bei anderen Banktiteln, die anfangs im Sog von UBS kräftig zugelegt hatten, kamen die Kurse wieder etwas zurück. Credit Suisse verloren knapp 2,3 Prozent. Die Aktie des Vermögensverwalters Bank Bär schloss ausgeglichen.
Der ganze europäische Bankensektor lag im Minus. Den Anlegern hatte eine neue Studie der US-Investmentbank Goldman Sachs aufs Gemüt geschlagen. Darin war von einem weiteren Kapitalbedarf für Finanzinstitute in Europa von bis zu 90 Milliarden Euro die Rede. Als Gründe nennen die Analysten der US-Investmentbank mögliche Verschärfungen der rechtlichen Vorgaben im Zuge der Finanzkrise sowie den Wirtschaftsabschwung, der in den nächsten Jahren vermehrt zu Kreditausfällen führe.
Im Einklang mit den Banken lagen auch die Aktien der Versicherer zum Schluss im Minus. Dabei fielen Swiss Re mit einem Abschlag von rund 2,6 Prozent auf. Die Aktie hatte am Vortag rund 2,5 Prozent gewonnen. Zurich verloren 1,5 und Baloise rund 3,2 drei Prozent. Im Vergleich dazu kamen die Titel von Swiss Life mit einem Abschlag von einem halben Prozent relativ gut weg. Sie profitieren von der Meldung, dass die Schweizer nicht länger am britischen Vermögensverwalter Lombard interessiert sein sollen.
Die Aktien der zuletzt arg gebeutelten Medizintechnikaktien waren im Aufwind: Nobel Biocare gewannen 4,6 und Straumann knapp vier Prozent.
Die Aktien von Temenos schlossen 2,8 Prozent höher. Temenos hatte am Vortag im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme der britischen Finacial Objects, die von Analysten als positiver Schritt taxiert wurde, kräftig zugelegt. Händler sprachen von Anschlusskäufen. Zudem spekulierten manche Anleger, dass der Bankensoftwarehersteller seine Prognose erhöhen könnte. Auch hatte UBS das Kursziel auf 40 von 38 sfr angehoben und die Empfehlung "Buy" wiederholt.
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