Hoher Ölpreis drückt asiatische Börsen erneut ins Minus

Freitag, 9. Mai 2008, 08:47 Uhr
 

Singapur (Reuters) - Der hohe Ölpreis hat die asiatischen Börsen am Freitag abermals belastet.

Ein Fass US-Leichtöl wurde in Fernost zum Rekordpreis von bis zu 124,70 Dollar gehandelt. In Japan zog ein unerwartet starker Gewinnrückgang bei Toyota die Märkte nach unten. Andere Exportwerte wurden durch einen stärkeren Yen in Mitleidenschaft gezogen. Im Devisenhandel gewann der Euro zum Dollar an Wert.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,1 Prozent tiefer bei 13.655 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 2,3 Prozent auf 1341 Zähler. Auch die Indizes in Hongkong, Taiwan, Singapur, Seoul und Shanghai verbuchten Verluste.

Toyota hatte am Donnerstag für das Gesamtjahr erstmals seit sieben Jahren einen Gewinnrückgang prophezeit. "Der Ausblick von Toyota ist eine schlechte Nachricht für die gesamte Autoindustrie. Die Anleger sind vorsichtig geworden, was die Unternehmenszahlen anderer Autokonzerne angeht", sagte Katsuhiko Kodama von Toyo Securities. Die Zahlen hätten für Gewinnmitnahmen gesorgt, sagte ein anderer Analyst. Nachdem der Nikkei die 14.000-Punkte-Marke durchbrochen habe, sei eine Korrektur zudem normal gewesen. Toyota-Aktien verloren in Tokio um 3,3 Prozent an Wert.

Die Papiere von Honda Motors fielen um 3,9 Prozent, die Anteilsscheine von Nissan Motors um 1,6 Prozent. Auch andere Exportwerte verbilligten sich. So gaben etwa die Papiere des Digitalkameraherstellers Canon 2,6 Prozent ab, der Kurs von TDK sank um 4,1 Prozent.

Asienweit zog vor allem der hohe Ölpreis die Kurse nach unten. Er hatte die Börsen bereits in den vergangenen Tagen unter Druck gesetzt, nachdem Goldman Sachs einen Anstieg auf bis zu 200 Dollar pro Fass prognostiziert hatte.

Der Euro tendierte nach dem EZB-Zinsentscheid in Fernost fester zum Dollar. Ein Euro wurde mit 1,5446 Dollar nach 1,5402 Dollar im späten New Yorker Handel bewertet. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte am Donnerstag signalisiert, dass die Europäische Zentralbank vorerst nicht am Zinsniveau rütteln wolle. Der Dollar wurde mit 103,33 Yen gehandelt nach 103,75 Yen in den USA.

Die US-Börsen hatten am Donnerstag trotz des hohen Ölpreises höher geschlossen, da die Anleger die Aussichten für die US-Wirtschaft mittlerweile wieder positiver beurteilen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 12.866 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss ebenfalls 0,4 Prozent höher bei 1397 Zählern, der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,5 Prozent auf 2451 Punkte.