Hiobsbotschaften aus Finanz- und Autobranche drücken Dax

Freitag, 9. Mai 2008, 13:37 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Schlechte Nachrichten aus der Finanz- und Automobilbranche haben den Anlegern am deutschen Aktienmarkt Freitag die Stimmung vermiest.

Der Dax büßte 1,3 Prozent auf 6982 Zähler ein und gab damit seine Kursgewinne der vergangenen zehn Tage wieder ab.

"Die Serie der Hiobsbotschaften reißt einfach nicht ab", sagte ein Händler. "Auf den Finanzwerten lasten vor allem die schlechten Zahlen von AIG." Der weltgrößte Versicherer hatte am Vorabend einen Quartalsverlust in Rekordhöhe bekanntgegeben und eine 12,5 Milliarden Dollar schwere Kapitalerhöhung angekündigt. Im nachbörslichen US-Handel waren die AIG-Titel um 7,7 Prozent eingebrochen.

Für trübe Stimmung sorgten außerdem die detaillierten Ergebnisse der Allianz. "Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass bei der Dresdner Bank mit schlechten Zahlen gerechnet werden konnte." Der Verlust der Tochtergesellschaft verhagelte dem Finanzkonzern die Quartalsbilanz. Allianz-Aktien verloren 1,6 Prozent auf 128,30 Euro.

TOYOTA MUSS GANG ZURÜCKSCHALTEN - LINDE AUCH IM MINUS

Aus der Autobranche kamen schlechte Nachrichten aus Japan. Toyota enttäuschte Anleger mit seinen Geschäftszahlen. Unter anderem wegen der Dollar-Schwäche brach der Netto-Gewinn des japanischen Konzerns um mehr als 25 Prozent ein. Für das Gesamtjahr rechnet der Weltmarktführer erstmals seit sieben Jahren mit einem rückläufigen Überschuss. Der Index für den europäischen Automobilsektor gab zwei Prozent nach. Im Dax verloren die Titel von BMW mit einem Minus von 4,6 Prozent auf 35,99 Euro am stärksten. Allerdings wurden sie mit einem Dividendenabschlag gehandelt. Rechnet man diesen heraus, blieb immer noch ein Kursverlust von 1,8 Prozent. Die Papiere von Daimler gaben zwei Prozent auf 51,11 Euro nach.

Nach Vorlage der Zwischenbilanz von Linde gerieten die Aktien der Industriegasefirma unter Verkaufsdruck. "Sowohl Umsätze als auch das operative Ergebnis lagen unter unseren Schätzungen", sagte LBBW-Analystin Alexandra Hauser. "Der schwache US-Dollar wirkte sich negativer aus als von uns erwartet." Ein anderer Börsianer betonte, viele Anleger nutzten die Zahlen für Gewinnmitnahmen, da sich die Titel in den vergangenen Monaten überdurchschnittlich entwickelt hätten.

FREITÄGLICHE GERÜCHTEKÜCHE BRODELT WIEDER

Neben harten Fakten sorgten wie so oft am Freitag zahlreiche Gerüchte für Gesprächsstoff auf dem Börsenparkett. Am Markt wurde unter anderem herumgereicht, dass der französische Versorger EdF für E.ON bieten werde, falls er beim geplanten Verkauf von British Energy nicht zum Zug komme. Ein anderes Gerücht besagte, der Finanzinvestor Blackstone wolle seinen Anteil an der Deutschen Telekom aufstocken. In beiden Fällen bezeichneten Börsianer den Wahrheitsgehalt dieser Spekulationen als eher gering. Die Aktien der beiden Unternehmen waren dennoch mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 127,77 Euro beziehungsweise 0,5 Prozent auf 11,81 Euro die einzigen Gewinner im Dax.